Anna Baar

Aktuelle Ausgabe 228

Am Cover: Artem Tschech (Foto: privat) möchte Romane schreiben, aber er muss auch für die Freiheit seines Landes kämpfen. Erstmals war der Autor ab Mai 2015 für mehr als ein Jahr für die ukrainische Armee in den Krieg gezogen, seit der Invasion Russlands im Februar 2022 geht er längerfristig auf Kampfstation: Wie sich das anfühlt, macht »Musik für einen Soldaten« greifbar, ein ungewöhnlich literarisches wie autofiktionales Tagebuch aus dem Kriegseinsatz; Tschechien zeigt als Gastland auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse die geballte Kraft seiner Literatur, wir stellen dazu eine Vielzahl von Geheimtipps und besondere Neuerscheinungen quer durch die Genres vor; und Marlen Haushofers wiederentdeckte Erzählung »Wir töten Stella« aus dem Jahr 1958 bekommt mit klugen Anmerkungen von Julia Schoch erstmals eine eigene Ausgabe.
Literaturgeschichte umweht auch gleich zwei neue Graphic Novels, die Arthur Schnitzlers »Traumnovelle« in traumhaft schönen Bildern inszenieren, und der 90. Geburtstag von Christine Nöstlinger weckt Erinnerungen an eine nicht nur große Kinderbuchautorin, sondern in ihren Gedichten auch feine Beobachterin eines verschwundenen Nachkriegs-Wien. Außerdem: Neue Sachbücher von Ai Weiwei, Gal Beckerman bis hin zu Bernie Sanders adressieren die autoritäre Wende sowie rasant wachsende soziale Ungleichheit – und unsere Schwerpunkt-Reihe »Eingekreist« beinhaltet nicht nur wunderbare Themenkochbücher zu Butter, Pilzen und Pho, sondern auch solche, die Lust aufs Gästebewirten machen.

Das alles und noch viel mehr in Buchkultur 228 mit 32 Seiten extra »Österreich Spezial« – ab 2. Oktober am Kiosk, im Buchhandel sowie im Buchkultur-Shop!

Aus der Redaktion

Anna Baar

Die Entdeckung des Fatalen

Erst stellte Anna Baar in »Nil« die Idee einer traditionellen Erzählinstanz infrage. Jetzt hat sie mit »Amseln« einen Roman geschrieben, der uns an der Idee intimer Beziehungen zweifeln lässt.

von Ursula Ebel

Anna Felnhofer

Sehenden Auges blind

Anna Felnhofers Roman »Prosopon«, der schwierige zweite Titel, wird zu Recht als Meisterwerk rezipiert.

von Sylvia Treudl

Paulus Hochgatterer

Der Katzenfreund

Paulus Hochgatterer hat sich Zeit gelassen für sein neues Buch »Mio und die Unsterblichkeit«. Es hat sich ausgezahlt, darauf zu warten.

von Konrad Holzer

Péter Nádas

Stimmen, Kunst und Leere

Wir trauern um Péter Nádas: Der große ungarische Schriftsteller ist am 26. August verstorben. In Ausgabe 204 vom Oktober 2022 haben wir Péter Nádas mit einem ausführlichen Porträt zum 80. Geburtstag gratuliert.

von Alexander Kluy

Samuel Benke

»Es ist schön, wenn es gelingt, Leute abzuholen, bevor sie vom Literaturbetrieb abgeschreckt werden«

Vom Werbestudium über den Kinderschauspieler zum vielgelesenen Buch-Content-Creator im deutschsprachigen Netz: Samuel Benke über seinen Zugang zum Lesen und warum es ihm ein Anliegen ist, den Online-Diskurs über Bücher zu bespielen.

von Nayra Jonke

Bella Italia

Von der Kunst, italienisch zu leben

Urlaubsflair zwischen zwei Buchdeckeln: Von der Kunst, italienisch zu leben.

von Caterina Schiliro, Katia Schwingshandl

Christine Wunnicke

Erzählen um des Erzählens willen

Christine Wunnicke erhält den Georg-Büchner-Preis 2026. Für die Coverstory von Ausgabe 191 gab uns die autarke Stimme der Gegenwartsliteratur 2020 ein ausführliches Interview zum Erscheinen von »Die Dame mit der bemalten Hand«.

von Dagmar Kaindl

Maggie O’Farrell

»Ich wollte die Geschichte eines ganzen Landes anhand eines einzigen Fleckchens Erde erzählen«

Im Interview spricht die Autorin über die Bedeutung von Geschichte für unser heutiges Leben, irische Folklore, die Folgen des Klimawandels und weshalb Familie so wichtig ist.

von Dagmar Kaindl

Nea Schmidt

Sprechen in Flechten

Gedichte wie eine konstante Frage, die sich selbst in Frage stellt: Nea Schmidt flicht Welt zu Lyrik, die Beobachtungen umkehrt.

von Kevin Junk

George Orwell

Wie es mir gefällt

Erstmals übersetzte Kolumnen George Orwells: ein Hochfest der Erkenntnis.

von Alexander Kluy

Elena Ferrante

Schreiben als Befreiung

Elena Ferrante ist zurück: Im Essayband »An den Rändern« spricht sie über den Drang zu schreiben.

von Dagmar Kaindl

Miles Davis

Der Mann mit dem Horn

Von Bebop und Charlie Parker zum Cool Jazz zu »Kind of Blue« zu Polyrhythmik: Zum 100. Geburtstag von Miles Davis erscheinen eine neue Biografie und ein Bildband.

von Alexander Kluy

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