Am Cover: Artem Tschech (Foto: privat) möchte Romane schreiben, aber er muss auch für die Freiheit seines Landes kämpfen. Erstmals war der Autor ab Mai 2015 für mehr als ein Jahr für die ukrainische Armee in den Krieg gezogen, seit der Invasion Russlands im Februar 2022 geht er längerfristig auf Kampfstation: Wie sich das anfühlt, macht »Musik für einen Soldaten« greifbar, ein ungewöhnlich literarisches wie autofiktionales Tagebuch aus dem Kriegseinsatz; Tschechien zeigt als Gastland auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse die geballte Kraft seiner Literatur, wir stellen dazu eine Vielzahl von Geheimtipps und besondere Neuerscheinungen quer durch die Genres vor; und Marlen Haushofers wiederentdeckte Erzählung »Wir töten Stella« aus dem Jahr 1958 bekommt mit klugen Anmerkungen von Julia Schoch erstmals eine eigene Ausgabe.
Literaturgeschichte umweht auch gleich zwei neue Graphic Novels, die Arthur Schnitzlers »Traumnovelle« in traumhaft schönen Bildern inszenieren, und der 90. Geburtstag von Christine Nöstlinger weckt Erinnerungen an eine nicht nur große Kinderbuchautorin, sondern in ihren Gedichten auch feine Beobachterin eines verschwundenen Nachkriegs-Wien. Außerdem: Neue Sachbücher von Ai Weiwei, Gal Beckerman bis hin zu Bernie Sanders adressieren die autoritäre Wende sowie rasant wachsende soziale Ungleichheit – und unsere Schwerpunkt-Reihe »Eingekreist« beinhaltet nicht nur wunderbare Themenkochbücher zu Butter, Pilzen und Pho, sondern auch solche, die Lust aufs Gästebewirten machen.
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