Worüber in Familien geschwiegen wird und was es kostet, es ans Licht zu holen – Muri Darida (Foto: Dorottya Márton) hat mit »King Cobra« ein sprachgewaltiges wie zartes Debüt zwischen Deutschland und Ungarn verfasst, in der sich Portagonist Lazi auf eine wenig schwermütige Reise durch Kindheitserinnerungen, Sprachenakrobatik und die eigene Transition begibt; überhaupt Debüts: Wir nehmen traditionell im Bücherfrühling die Erstlingswerke von zehn aufstrebenden Schriftsteller/innen, von Lukas Hoffmann über Katherina Baschel bis zu Sanna Samuelsson, unter die Lupe und zeigen die ganze Bandbreite zwischen Entwicklungsroman, neuer Popliteratur und ideologischem Moralspektakel; welche unfassbaren Verbrechen im Konstrukt Familie möglich sein können, hat zuletzt der »Fall Pelicot« an die Oberfläche geholt – drei aktuelle Veröffentlichungen thematisieren es aus unterschiedlichen Perspektiven.
Bücher, Verlage und Entdeckungen: In unserer Schwerpunktreihe »Eingekreist« widmen wir zehn Seiten dem Bücherland Schweiz. Wir stellen dabei nicht nur die beeindruckende literarische Topografie des Landes vor, sondern haben dazu auch die Branche in Zürich besucht – mit teils überraschenden Einsichten zu Buchpreisbindung und Förderwesen. Außerdem: Sollte Social Media für Kinder verboten werden? Neue Sachbücher zeichnen ein komplexeres Bild einer zunehmend emotional geführten Debatte und suchen nach funktionierenden Gegengiften zu einem die Gesamtgesellschaft erfassten Suchtverhalten. Dazu passend: Wir haben die Neuauflage von Fjodor Dostojewskis Romanklassiker »Der Spieler« wiedergelesen, der schon 1867 die Psychologie Spielsüchtiger offengelegt hat.
Das alles und noch viel mehr ab 10. April in Buchkultur 225 – mit 32 Seiten extra »Celebrating Book Love« und New Adult!