Vielfarbiger und vielperspektivischer Roman um wegweisende Künstlerpersönlichkeiten und eine Institution. Foto: Emons Verlag
Köln, Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Freundinnen Emmy Worringer und Olga Oppenheimer, die eine Gastwirtstochter, die andere Tochter eines wohlhabenden Großhändlers, beide in Malerei ausgebildet, brennen für das Malen und die moderne Kunst. 1911 eröffnen sie in Olgas Atelier einen Treffpunkt für moderne Künstler/innen, wobei sie von Franz Jansen und August Macke anfangs tatkräftig unterstützt werden. Die konservative Presse negiert ihren Klub und die Werke von Picasso, Marc, Münter; die Bilder des Blauen Reiters gelten als Skandal. Die beiden geben nicht auf, sämtlichen Widerständen zum Trotz.
Was als leichtfüßiger Roman mit spritzigen Dialogen sowie rasanten Szenen- und Perspektivwechseln daherkommt, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als brillant recherchierter historischer Roman. Hanka Meves, Historikerin, Journalistin und Autorin, geht in ihrem zweiten Roman den Spuren der beiden Protagonistinnen Emmy und Olga sowie deren Freund/innen sehr genau nach und vermag so ein mit flotten und vielfarbigen Pinselstrichen gemaltes und eindringliches Bild des Klubs, der verantwortlichen Personen, der Künstler/innen sowie der Zeit zu zeichnen. Über den Künstlerinnen-Klub selbst gibt es wenige Zeugnisse, sodass die Autorin Archive, Literatur und Briefquellen nutzte und mit den Nachkommen der Familie Oppenheimer-Worringer und der Familie Goetz sprach, um dieser zwar nur kurzlebigen, für die Kunst aber umso wichtigeren Institution mitsamt den handelnden Personen ein würdiges literarisches Denkmal zu setzen, das sich aus belegten Quellen, Fotomaterial sowie den Kunstwerken selbst ergibt. Inspirierende und höchst informative Lektüre mit Genussfaktor!
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Hanka Meves
Der Künstlerinnen-Klub
Emons, 336 S.

