Ein kleiner Roboter findet Geborgenheit an einem überraschenden Ort. Foto: Ueberreuter.


Im Herzen einer verstaubten Mülldeponie erwacht ein kleiner Roboter und fragt sich, wie er nur dort gelandet ist. Er macht sich auf den langen, weiten Weg nach Hause, nur um festzustellen, dass er durch ein neueres Modell ersetzt und längst von den Menschen vergessen wurde. Vielleicht war er schon richtig am Mistplatz, denkt der Roboter, und kehrt betrübt zurück. Zu seinem Glück sehen das ein Mutter-Tochter-Duo jedoch anders und geben ihm eine zweite Chance, die sein kleines Roboterherz wieder zum Strahlen bringt.

Wir hauchen Dingen Leben ein, indem wir ihnen Platz in unserem Alltag geben, sie benutzen, verschönern, reparieren. Gegenstände wertzuschätzen, bedeutet auch, die Menschen zu würdigen, die sie hergestellt haben. So übt der britische Autor und Illustrator Joe Todd-Stanton rührend Kritik an der Wegwerfgesellschaft, die mit Stress und Achtlosigkeit einhergeht, um sie dann einer Ode an die Nachhaltigkeit gegenüberzustellen, die ein langsameres, achtsameres Leben verspricht. Indem wir den Roboter bei seiner Reise von den grauen Kanten der anonymen Stadt zu saftig grünen Wiesen und strahlend blauen Gewässern beobachten, wird der Kontrast auch für die ganz jungen Leser/innen deutlich. Das verschwenderische, hochtechnisierte Stadtleben wird dem idyllischen, ruhigen Landleben gegenübergestellt und wie könnte man nicht mit so einem entzückenden, zerbeulten Roboter mitfühlen, der einfach nur geliebt werden will? Stantons Buch ist trotz des traurigen Anfangs eine Geschichte voll zarter Hoffnung, die mit einem beschwingten Lächeln endet.

 

Joe Todd-Stanton
Der kleine Roboter und der lange Weg nach Hause
Ü: Bernd Stratthaus
Annette Betz, 48 S.
Ab 4