Feiner Stil, viel Spannung: »Kala« von Colin Walsh – Platz 9 der besten Krimis für den Sommer 2026.
Über unterschiedliche Erzählperspektiven wird die Geschichte rund um das mysteriöse Verschwinden der jungen Kala aufgerollt: Mush, Helen und Joe begegnen sich 15 Jahre später wieder in ihrem kleinen Heimatort Kinlough an der irischen Westküste und es dauert nicht lange, da werden sie mit voller Wucht an die so schrecklichen wie unerklärlichen Geschehnisse aus der Vergangenheit erinnert. Denn bei Bauarbeiten werden die sterblichen Überreste ihrer damals vermissten Freundin gefunden …
Mit großer stilistischer Sorgfalt und spürbarer kreativer Freude entfaltet der irische, in Belgien lebende Autor Colin Walsh diesen Kriminalfall vor den Augen seiner Leser/innen. Erzählerische Feinheiten wie etwa die unterschiedlichen Tonfälle der drei Erzählperspektiven und geschickt gelegte Cliffhanger ziehen uns von Anfang an ins Buch. Die Charaktere sind detailliert gezeichnet, die Spuren klug gelegt. Es dauert etwas, bis sich die einzelnen Fäden entwirren lassen: Wer sind etwa Kalas Eltern, die sie nie kennengelernt hatte? Hat der zurückhaltende Joe, Kalas damaliger Freund, aus dem ein erfolgreicher Musiker geworden ist, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun oder liebte er sie wirklich aufrichtig? Was führt Helen im Schilde, die mittlerweile Journalistin ist? Und welche Rolle spielen die allzu neugierigen Zwillinge Donna und Marie?
Dieser Noir, zugleich Colin Walshs Debüt, überzeugt mit einer meisterlichen Spannung, feiner Personenzeichnung und einem überraschenden wie furiosen Ende.
Die besten Krimis für den Sommer 2026:
<< Platz 8 ___ Platz 10 >>
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Colin Walsh
Kala
Ü: Andrea O’Brien
Gutkind, 512 S
