Ein Kurier gerät in verbrecherische Machenschaften und rettet nicht nur eine Familie: Platz 8 der zehn besten Krimis für den Sommer 2026.


Die Juristin Rachel und ihr Mann Glenn streiten abends in der Küche über Glenns Tochter Abby und ihre mangelnden Schulleistungen. Plötzlich stehen bewaffnete Männer vor ihnen und verlangen von Rachel ein vertrauliches Dokument. Da klingelt es an der Tür. Ein Postmann. Mercury Carter, ein Kurier, der etwas für Rachel abzugeben hat. Nur für sie persönlich.

»Merc« ist kein gewöhnlicher Kurier. Er wird mit den brutalen Eindringlingen fertig, allerdings entwischen diese mit Rachel, und es entspinnt sich auf den folgenden 400 Seiten eine 24-stündige, temporeiche und gewalttätige Irrfahrt und Verfolgungsjagd. Andrew Welsh-Huggins, US-amerikanischer Journalist und Autor, erzählt seine minutiös geschilderte Verbrecherjagd nüchtern, zurückhaltend und ohne psychologische Hintergründe. Es geht ihm einzig um den Plot. Neben der actionreichen Handlung greift er immer wieder auf Mercurys Vergangenheit zurück und erzählt von seiner Hauptfigur, dem Anti-Helden, Einzelgänger und leicht neurodivergent wirkenden Boten. Dieser hat ursprünglich eine Ausbildung zum Bundesagenten beim United States Postal Inspection Service (USPIS) absolviert und arbeitet jetzt gemeinsam mit seinem Onkel als unabhängiger Kurier für alles Mögliche. Skurrile Momente und feiner Humor beleben die wendungsreiche Handlung, die immer wieder Überraschungen, aber auch etliche Tote und manche Verwirrung mit sich bringt.

Großes Lesevergnügen für Liebhaber/innen schnörkelloser, atemraubender Action.

Andrew Welsh-Huggins
The Mailman. Er liefert. Immer.
Ü: Werner Löcher-Lawrence
Hoffmann und Campe, 400 S