Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Wie die KI um unsere Liebe wirbt, zeigt Christoph Koch. Foto: Urban Zintel.
Es gibt einen viralen Clip auf Instagram, in dem ein Mann Google nach der Hauptstadt von China fragt. Googles Antwort: »Beijing«. Zehn Jahre später stellt der Mann Google dieselbe Frage und Google eröffnet mit einem lockeren »Hey, wie geht’s?« eine Runde Smalltalk. Im Kern ist das der Ausgangspunkt des neuen Buchs von Christoph Koch »Hallo, wie geht’s Dir heute?«. Ausgehend von einer im Ton immer persönlicher, immer menschlicher wirkenden Künstlichen Intelligenzen untersucht er gewachsene emotionale Beziehungen zwischen Menschen und Maschinen. Anhand zahlreicher Anekdoten und Berichte Betroffener zeigt er, wie unsere digitalen Gegenüber sich zu elektronischen Kompagnons entwickeln, die unsere Freunde, Therapeuten oder Partner werden wollen.
Koch bleibt zwar eher beschreibend und somit an der Oberfläche des höchst brisanten Themas, macht aber dennoch wertvolle Beobachtungen, die man sehr gerne liest: Beziehungen zu Chatbots erfordern keine Kompromisse, soziale Fähigkeiten wie Empathie, Geduld und Konfliktfähigkeit verkümmern potenziell wie ungenutzte Muskeln. KI kann zwar als »emotionale Erste Hilfe« dienen oder sogar reale Partnerschaften entlasten, korreliert aber bei intensiver Nutzung mit mehr Einsamkeit. Und digitale Avatare von toten Lieben vermitteln Trost, die Scheinrealität kann aber auch den gesunden Trauerprozess behindern. So laufen wir schließlich Gefahr, dass unsere ständig verfügbaren digitalen Begleiter unser menschliches Selbstverständnis und somit unsere analogen Beziehungen verändern.
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Christoph Koch
Hallo, wie fühlst du dich heute? Wie künstliche Intelligenz unsere Beziehungen verändert
Kein & Aber, 272 S.

