»Die beste Idee der Welt«: Bernhard Hecklers hochamüsanter schriller Zweitlingsroman. Foto: Thomas Dashuber


Am Ende angekommen. An, besser: in der anatomischen Partie, wo der Rücken an die untere Leibhälfte andockt. Da ist Heinz, frisch verlassen von Jenny, seiner großen Liebe. Zeitgleich fuhr er mit einer Business-Idee gegen die Wand. Nun hat sein Kumpel Franky, ein recht desolater Kleinkrimineller, einen großartigen Vorschlag – eine Wrestling-Show auf dem Münchner Oktoberfest aufziehen! Viel Geld machen! So jubiliert Franky zehn Monate vor dem Wiesn-Auftakt. Heinz soll das Script für die dramaturgisch vorab durchgeplanten Schaukämpfe verfassen. Aus Münchens Halb- und Eindrittelunterwelt tauchen erste skurrile Figuren auf, ein buchstäblich abgehalfterter Jockey, eine deutsch-türkische Amateur-Bodybuilderin. Der Bierfest-Hauptorganisator müsste allerdings noch zustimmen. Mittels Entführung soll er »überzeugt« werden. Nur dumm, dass das schiefgeht und Heinz selbst Geisel wird, am Tegernsee. Aber was nur, Sakrament!, macht Jenny in dem Haus, inmitten all dieses überaus unterhaltsamen Anarcho-Chaos inklusive melancholischem Finale mit Primel?

Bernhard Heckler, Jahrgang 1991, Feuilletonredakteur der »Süddeutschen Zeitung«, schreibt rotzig, frech, ja rotzig frech. »Die beste Idee der Welt« ist ein Schlüsselroman, bei dem man vor karlvalentinesk schrägem Lachen immer wieder den Schlüssel fallen lässt. Man kann sich nur anschließen, was Heinz Strunk 2021 über Hecklers Debüt »Das Liebesleben der Pinguine« meinte: »Bernhard Heckler hat ein sehr gutes Buch geschrieben. Ich wünsche viel Erfolg.«

Bernhard Heckler
Die beste Idee der Welt
Kunstmann, 272 S.