Skurriler Krimi rund um alte Mordfälle – mit zwei schrägen Ermittlerinnen samt geisterhaften Unterstützern. Foto: Joshua A. Hoffmann
Ein durch eine unbedachte Bewegung mit ihrem Toaster ausgelöster Herzstillstand verändert das Leben von Friedel Böhme, einer einfachen Kölner Witwe, die ihre Tage zwischen Kaffee und ihrem Kater Elvis verbringt. Jenem stoischen Elvis ist es auch zu verdanken, dass Friedels Leben hier nicht endet, sondern weitergeht. Allerdings anders als zuvor: Friedel sieht plötzlich Geister von Mordopfern, die vor ihrer Wohnung Schlange stehen. Da diese ungebetenen Gäste nicht still sind, sondern Radau machen, sieht sich Friedel, sonst wohl eher bequem, gezwungen, aktiv zu werden und die Täter/innen zu finden. Dabei holt sie sich Unterstützung von Salima Rahmani, einer iranischstämmigen Polizistin, die bis dahin ihr berufliches Leben weitgehend im Keller der Polizeistation fristete und sich durch die Akten von Cold Cases wühlte.
Was sich in weiterer Folge entspinnt, ist eine Cosy-Crime-Story der besonderen Art. Die schrullige Friedel entwickelt sich zu einer Kölner Miss Marple, launisch, beherzt, etwas raubeinig, mit einer Portion Humor. Es kostet sie viel Überzeugungskraft, die junge Polizistin mit ins Boot zu holen, um die alten Mordfälle aufzuklären, damit die Geister endlich ihren Frieden finden und die Erde verlassen können.
Der Autor und Filmemacher Adrian Draschoff siedelt seinen schrägen Unterhaltungskrimi irgendwo zwischen Übersinnlichkeit und Wirklichkeit an. Sein Buch ist flott und skurril, zwischen all der Komik schimmern freilich ab und zu tiefergehende Momente und Gedanken durch. Beste Unterhaltungsliteratur mit eindringlich gezeichneten Szenen.
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Adrian Draschoff
Jenseits von Gut und Böhme
Emons, 352 S.

