António Lobo Antunes Antunes musste sich einer Krebsoperation
unterziehen. Er schreibt über seine Krankheit genau in der Art und Weise, die er sich in den vielen Büchern der letzten Jahre zu eigen gemacht hat: Ein andauerndes Oszillieren von Sätzen und Satzteilen, ein Wechseln aus der Gegenwart in die diversen Vergangenheiten. Das Buch ist voll von schonungsloser Ehrlichkeit, aber auch mit viel Gefühl erzählt. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Der gebürtige Mailänder Marco Balzano unterrichtet in seiner Heimatstadt italienische Literatur und legt mit „Damals, am Meer“ seinen Debütroman vor. Erzählt wird die Geschichte von Großvater, Vater und Enkel, eine etwas traurige Familienchronik, die Rahmenbedingungen einer Entwurzelung, die sich anfühlt wie der Gang ins Exil, obwohl das Land nicht gewechselt wird. Ein nachdenkliches Buch mit poetischen Einsprengseln. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Das Autorenduo Beyer/ Ladurner belegt mit großer Akribie die Begeisterung für
eine Alltagskultur, die in diametralem Gegensatz zur offiziellen Propaganda der Nazis stand. Natürlich gab es Ausnahmen und Widersprüche. So spielt im Ensemble von Bandleader Hörndl, einem überzeugten Nazi, der Pianist und Akkordeonist Jeff Palme, als „Mischling ersten Grades“ von den Nazis mit Auftrittsverbot belegt, überdies Mitglied der Widerstandsbewegung „05“. Hervorragend recherchiert und glänzend geschrieben. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Am Anfang steht die Suche. Ein Satz wird gesucht, ein Ball, ein Schuh. Der Satz
war eben noch da, im Kopf des Schriftstellers, nun ist er weg. Auch der Ball. Er wurde im Park gerollt, für den Hund, von diesem jedoch verschmäht und muss nun vom Schriftsteller selber wieder geholt – doch erst gefunden werden, auf allen Vieren mühsam geortet unter Gebüsch und Gestrüpp. Und dort hinkt eine junge Frau auf einem roten Schuh und sucht den zweiten … Skurriler könnte ein Romananfang nicht sein. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Mit ihrem fesselnden Roman „Raum“ gelang Emma Donoghue der Durchbruch. Darin beschreibt sie – angeregt durch den Inzest-Fall um Josef Fritzl – die schockierende, aber zugleich berührende Geschichte eines Mutter-Sohn-Paars, das jahrelang in einem Versteck gefangen gehalten wird. Die Geschichte wird aus Sicht des Jungen erzählt – das Buch beginnt dabei mit einer fast heiteren Szene
vom fünften Geburtstag –, erst nach und nach wird die bittere Wahrheit freigelegt. Gerade diese Kinderperspektive erzeugt eine ungeheure Intimität. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
„Ich will nicht sein, was ich bin: alte, in einen Schrank gehängte Kleidung.“ So leidet der 50-jährige William Frederick Kohler, Historiker an einer Universität im amerikanischen Mittelwesten, an sich und seiner Umgebung. Für sein Werk „Schuld und Unschuld in Hitlerdeutschland“ fehlt noch ein entsprechendes Vorwort. Beim Schreiben dieses Vorworts kann man ihm nun knappe 1100 Seiten zusehen. Dreißig Jahre hat Gass an diesem Buch gearbeitet. Vieles an diesem Buch fasziniert, vieles stößt ab, einiges langweilt aber auch. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Eine ungewöhnliche Heldin hat Ian Hamilton als Hauptfigur für seine Krimireihe
kreiert, nämlich die chinesischkanadische Ava Lee. Sie könnte fast als eine neue
Modesty Blaise durchgehen, doch Männer interessieren sie nicht, wenn überhaupt
sind es Frauen. Zudem rettet sie nicht die Welt vor Terroristen oder kümmert sich
um Serienmörder, sondern beschäftigt sich mit der Lösung von Finanzverbrechen. In ihren Ermittlungen ist sie sehr souverän. Hartnäckig kommt sie ihrem Opfer letztlich auf die Spur, doch knifflig wird es, das Geld zu transferieren. Ein flott geschriebener Krimi! Wir geben Ihnen hier den Link zur Lesung des Autors.
Auch der dritte Roman von Francisco González Ledesma auf Deutsch zeigt wieder
ein geheimnisvolles abseitiges Barcelona. Die schönen Ecken sind Inspector Ricardo
Méndez egal. Vielmehr schätzt er bestimmte Viertel in seiner Altstadt, die ihm vertraut sind, in denen er die Menschen kennt. „Die Rache der Träumerin“ wurde in Frankreich mit dem Prix Mystère für den besten Kriminalroman ausgezeichnet. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Walter Hinck, der große Germanist und Literaturkritiker, zieht mit diesem Buch eine Summe seiner Forschungen, die sich in der Biographie des Literaturwissenschaftlers von einer Initialzündung anlässlich Brechtscher Lyrik bis zu einer Abschiedsvorlesung über Heinrich Heine spannen, oder anders gesagt, in denen die Exilerfahrung von Dichtern und besonders ihre Verarbeitung in der Lyrik immer einen wichtigen thematischen Fokus bildete. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Michael Lüders, ehemaliger Nahostkorrespondenten beschreibt sehr anschaulich, was in den islamischen und arabischen Ländern seit dem Frühling 2011 geschah, beleuchtet die jeweiligen innenpolitischen Machtverhältnisse und versucht sich an einer Einschätzung der Entwicklung. Dabei kritisiert er die gängigen Stereotypen, die im Westen über diese Länder zirkulieren, und die politische Klüngelei mit despotischen Machthabern. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Auch wenn der erste Roman von Monaldi & Sorti nicht zu einem Skandal und der
Emigration des italienischen Paares geführt hätte, wäre ihnen jeweils ein hoher Rang in den Bestsellerlisten sicher. Doch die dickleibigen Bände über die intrigenreiche Zeit des Barock mit den üblichen „historischen Romanen“ in eine Schublade zu stecken, wäre unfair. Nahezu jedes Detail, und deren gibt
es viele, können sie belegen. Eben ist die Übersetzung des vierten Teils
der auf sieben Teile geplanten Serie mit Atto Melani als Hauptperson erschienen. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.
Jens-Jürgen Ventzki lässt einen an seiner Spurensuche
in dem Buch „Seine Schatten, meine Bilder“ teilhaben. Er flieht in kein dichterisches Gehabe, lässt keine literarisierenden Ungenauigkeiten aufkommen. Er hält in völliger Kunstlosigkeit nüchtern beschreibend seine Spurensuche fest, leitet die Kapitel mit seiner Tätigkeit an den jeweiligen Orten ein und lässt einen an den dort gewonnenen Erkenntnissen über den Vater teilhaben. So und nur so kann man sich der Vergangenheit nähern. Wir geben Ihnen hier den Link zur Buchpräsentation.
Josef Winklers neuer Band nimmt die alten Themen wieder auf, von der Kindheit in Kamering über die Suche nach Seelenverwandten im Dichter Jean Genet wie im Maler Chaim Soutine, von denen sich jeweils eine Fotografie zwischen den
Textseiten findet, bis zu den Bestattungsritualen am Ufer der indischen Ganga in Varanasi und den Zuckertotenköpfen beim „Día de los Muertos“, die schließlich von seinen Kindern Siri und Kasimir aufgegessen werden. Wir geben Ihnen hier den Link zur Leseprobe.