19.06.2018
  • Österreichs zweitgrößter Zwischenbuchhändler ist insolvent
  • Erdbeben im österreichischen Buchhandel: Die Verlagsauslieferung Dr. Franz Hain hat nach fast 100-jähriger Tätigkeit Insolvenz angemeldet, eine Fortsetzung der geschäftlichen Tätigkeit ist nicht angedacht. Damit verlieren ca. 100 deutschsprachige Verlage ihren Vertriebspartner für die Bestückung der österreichischen Buchhandlungen sowie den Löwenanteil der ausständigen Forderungen, was wiederum kleinere Verlage in naher Zukunft in essentielle wirtschaftliche Turbulenzen bringen dürfte. In einer Aussendung begründet die Verlagsauslieferung ihre Zahlungsunfähigkeit einerseits mit dem Strukturwandel im Buchhandel und dementsprechenden Umsatzrückgängen, andererseits mit dem Wegfall dreier Großkunden (u.a. den Büchern der Random House-Gruppe mit Verlagen wie Heyne, Goldmann, btb oder Luchterhand) zum Jahresende 2017 und damit einhergehend der kaum zu bewältigenden Aufgabe eines abrupten Down-Sizings. Betroffen sind neben 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch die beiden mit der Verlagsauslieferung verknüpften Wiener Buchhandlungen Schottentor – auch sie werden bzw. wurden bereits geschlossen.

    Übrig bleiben am österreichischen Markt damit die Auslieferungen Mohr Morawa – welche damit ein Quasi-Monopol bei der Auslieferung der großen Publikumsverlage inne hat –, neben der bisherigen Nummer drei, MLO Medienlogistik, und einigen kleinen bzw. thematisch spezialisierten Buchvertrieben. Bücher, die in von Hain vertriebenen Verlagen erschienen sind, können in den Buchhandlungen, bis zur Übernahme durch andere Auslieferungen, über das Barsortiment-Service geordert werden.

18.06.2018
  • Anna Kim liest in Mattersburg aus Korea-Roman
  • Anna Kims Roman „Die große Heimkehr“ ist vor eineinhalb Jahren bei Suhrkamp erschienen – darin wurde die Geschichte Koreas zwischen 1945 und 1960 in belletristischer Form thematisiert. Das Buch beleuchtet die Umstände, die zur Teilung des Landes in Nord- und Südkorea führten und zeigt die Auswirkungen auf das Seelenleben aller von politischer Willkür betroffenen Menschen. Durch das „Gipfeltreffen“ des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump sind die Hintergründe des koreanischen Konflikts von aktuellerem Interesse denn je – und in der literarischen Aufarbeitung von Anna Kim ein willkommener Anlass für eine Veranstaltung im Literaturhaus Mattersburg, das die Autorin für eine Lesung mit Gespräch am Mittwoch, den 20. Juni 2018 eingeladen hat. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt besteht aus freiwilligen Spenden.

15.06.2018
  • Martin Schulz beim literarischen Quartett
  • Nach dem politischen Turbulenzen als Spitzenkandidat der SPD bei der letzten deutschen Bundestagswahl und der darauf folgenden Regierungsbildung wird er den Termin als Seelenbalsam empfinden: Martin Schulz nimmt am Freitag, dem 22. Juni, als vierter Diskutant am Literarischen Quartett teil, neben Gastgeber Volker Weidermann, Christine Westermann und Thea Dorn. Schulz gilt privat als begeisterter Vielleser; kein Wunder - war er doch vor seiner politischen Karriere als Buchhändler beruflich aktiv. Folgende Titel stehen nächsten Freitag zur Diskussion:

    „Sonnenfinsternis“ (Elsinor) von Arthur Koestler
    „Alle, außer mir“ (Wagenbach) von Francesca Melandri
    „Lincoln im Bardo“ (Luchterhand) von George Saunders
    „Die Büglerin“ (Piper) von Heinrich Steinfest

    Detail am Rande: Alle vier Bücher wurden entweder in der letzten Ausgabe der Buchkultur (Heinrich Standfest) oder werden in der kommenden Ausgabe mit Erscheinungstermin 26. Juni – die drei anderen – besprochen.

14.06.2018
  • Am 16. Juni feiert Irland den Bloomsday
  • Diesen Samstag ist es wieder soweit: der 16. Juni steht in Dublin im Zeichen des „Bloomsday“, der sich auf 16. Juni 1904 als Tag der gesamten Handlung in „Ulysses“ von James Joyce bezieht. Wie die Leser des Hauptwerks des irischen Autors natürlich wissen, ist Leopold Bloom als Hauptfigur des Romans Namensgeber des jährlichen Gedenktags. 1954 und damit 32 Jahre nach Erstveröffentlichung fand der Bloomsday das erste Mal statt, als eine kleine Gruppe von Schriftstellern einen Ausflug zum Martello-Turm nach Sandymount unternahm. Seitdem werden in der irischen Hauptstadt jährlich Veranstaltungen zu Ehren des „Jahrhundertromans“ von James Joyce abgehalten – die durchaus auch feuchtfröhlich begossen werden. Heute gilt der Bloomsday zwar nicht als gesetzlicher Feiertag, jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung der irischen Bevölkerung als gleichwertig mit dem St. Patrick’s Day. Zu den klassischen Elementen eines Bloomsday der Gegenwart gehören Wanderungen entlang der historischen Orte von „Ulysses“, ein Bad am Forty Food zu nehmen oder eine leicht angebrannte Schweineniere zum Frühstück zu essen. Happy Bloomsday!

13.06.2018
  • Die „Schönsten Deutschen Bücher“ 2018 stehen fest
  • Weniger der Inhalt, als die grafische Aufbereitung, Herstellung und Konzeption: Das sind die entscheidenden Kriterien, die ein hervorragend gestaltetes Buch ausmachen. Seit vielen Jahrzehnten prämiert die Frankfurter bzw. Leipziger Stiftung Buchkunst entlang dieser Richtlinien die "Schönsten Deutschen Bücher". Aus den 720 Einsendungen für den Wettbewerb 2018 wurden nun die 25 Preisträgertitel ausgewählt, die gleichzeitig auch für den mit 10.000 Euro dotierten „Preis der Stiftung Buchkunst”, der für das schönste deutsche Buch im September vergeben wird, nominiert sind. Zusätzlich wird auch der „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ vergeben: hier erhalten junge Buchgestalter dreimal 2.000 Euro für innovative Konzeptideen.

    Die ausgezeichneten Bücher können an dieser Stelle im Detail begutachtet werden.

12.06.2018
  • Thomas Bernhard-Freund Karl Ignaz Hennetmaier verstorben
  • Karl Ignaz Hennetmaier, legendärer Nachbar und Freund von Schriftsteller Thomas Bernhard, ist im Mai im Alter von 98 Jahren verstorben, wie erst unlängst bekannt wurde. Die österreichische Tageszeitung Der Standard veröffentlichte in seiner Ausgabe vom 9. Juni 2018 ein langes, bisher unveröffentlichtes Interview aus dem Jahr 1989 des österreichischen Fotografen Sepp Dreissinger mit dem Ferkelgroßhändler und Immobilienmakler, der mit seinen Tagebuchveröffentlichungen über Thomas Bernhard nach dessen Tod selbst späte Ehre als Autor erlangen sollte.

    Das gesamte, äußerst kurzweilige Gespräch ist hier nachzulesen.

11.06.2018
  • Compact Verlag wechselt aus politischen Gründen den Namen
  • Seit 1976 veröffentlicht der Münchner Compact Verlag Ratgeber, Sprach- und Kinderbücher – ohne dabei je mit rechtspopulistischer Schlagseite auffällig geworden zu sein. Sein Problem: mit dem Aufstieg der AfD in Deutschland ist auch das davon unabhängige Berliner Compact Magazin als eine Art Sprachrohr der Partei samt dementsprechender politischer Themensetzung zu einem Begriff geworden, und damit Gegenstand von enervierenden Verwechslungen mit dem alteingesessenen Verlag. Das bedeutet: Konfrontationen mit linken Aktivisten auf Buchmessen, vom Programm irritierte Besuche von AfD-Wählern, sowie Schwierigkeiten, Autorinnen und Autoren von der zufälligen Namensgleichheit zu überzeugen. „Der Kampf ist nicht zu gewinnen“, meint dazu Verlegerin Imke Junack in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ vom 10.6. 2018 resigniert – deshalb sucht man ab sofort auch einen neuen Namen für den Verlag. Welcher das sein wird und wann er in Kraft tritt, soll nun schnellstmöglich geklärt werden.

08.06.2018
  • Besitzgefühl spricht gegen E-Books
  • Die Immaterialisierung von Medieninhalten durch die Digitalisierung verändert auch stark die Einstellung der Menschen dazu, ob sie das Gefühl haben, die Inhalte zu „besitzen“ oder nicht. Anders ausgedrückt: ein gedrucktes Buch wird von Käufern eher als Besitz empfunden als ein E-Book, wie eine Sudie der Universität Arizona nun herausfand. „Wir haben uns die sogenannte psychologische Eigentümerschaft angesehen, die nicht unbedingt mit legalem Besitz oder legalen Rechten verbunden ist, sondern eher mit der Wahrnehmung dessen, was meins ist“, teilte Leitautorin Sabrina Helm, außerordentliche Professorin an der Universität von Arizona, die Wahrnehmung und Verhalten von Verbrauchern erforscht, dazu DBC digital book consultants mit. E-Books und andere digitale Medieninhalte schlossen dabei deutlich schlechter ab, denn „es ist nur eine Datei auf ihrem Computer, Gerät oder in der Cloud; es ist mehr ein Konzept als eine tatsächliche Sache.“

    Folgende drei Faktoren spielen bei der Wahrnehmung von Eigentum demnach eine entscheidende Rolle:
    - das Gefühl, Kontrolle über das Objekt, das einem gehört, zu haben
    - das Gefühl, das Objekt als Mittel zur Selbstdefinition verwenden zu können
    - das Gefühl, mit dem Objekt der/einer Gesellschaft zugehörig zu sein

    „Eine der Schlussfolgerungen unserer Forschung war, dass digitale Bücher und physische Bücher völlig unterschiedliche Produkte sind“, schließt Helm. „E-Books fühlen sich eher wie eine Dienstleistungserfahrung an; insgesamt scheinen sie eine eher funktionale oder utilitaristische Erfahrung zu bieten. Physische Bücher sind sehr spezielle Produkte, und wir wissen, dass physische Bücher für viele Menschen eine große Bedeutung haben“.

07.06.2018
  • Der Tübinger Verlag konkursbuch wird 40
  • Was für ein Jubiläum! Entstanden durch einen „Mittwochssalon“ um die spätere Verlegerin Claudia Gehrke in einer Tübinger Studenten-WG ab 1976, wurde 1978 das erste Buch im Verlag konkursbuch veröffentlicht: Dieser erste Band hatte „Vernunft und Emanzipation“ zum Thema, darin fanden sich einige programmatische Essays, die für den Verlag wichtig werden sollten, z.B. „Der weiße Fleck auf der feministischen Landkarte. Über die Lust von Frauen“ von Marlis Gerhardt. Der WDR attestierte nach der ersten Ausgabe, „nicht zu wissen, wo gegenwärtig in deutscher Sprache radikaler, verzweifelter, diabolischer, aufregender im wörtlichen Sinn über Kurse und Konkurse reflektiert würde als in dieser Zeitschrift.“ konkursbuch war als Verlag stark von der Aufbruchsstimmung der Studentenbewegung geprägt und knüpft inhaltlich nach wie vor an die Lebens- und Liebesideale der 1968er an.

    An diesem Wochenende, vom 8. bis 10. Juni 2018, feiert der konkursbuch Verlag nun seinen runden Geburtstag mit Lesungen, Bücherfest und einer Party mit Live-Musik sowie einer Burlesque-Show – ganz in der Tradition seiner offensiv-feministischen Geschichte unter dem Blickwinkel der sexuellen Befreiung.

    Das Gesamtprogramm der Feierlichkeiten kann hier abgerufen werden.

06.06.2018
  • Lese-Schaufenster: Gewinner stehen fest!
  • Fast 600 Projekte wurden für die Aktion Lese-Schaufenster 2017/18 von Schulklassen und weiteren Bildungseinrichtungen eingereicht – und damit den von den Kindern gelesenen Büchern mit kreativen Schaufenstern in Geschäften, Gemeinden, Bibliotheken und Schulen in ganz Österreich gehörige Aufmerksamkeit verschafft. Nun hat der Buchklub der Jugend, der die Idee ins Leben gerufen hat, die Gewinner bekannt gegeben. Aus insgesamt 50 Lese-Schaufenstern der Shortlist wurden von der Jury folgende 3 Hauptpreise ausgewählt:

    Gemeindekindergarten Mönchdorf
    Kindergartenkinder mit Projektleiterin Theresa Dorn, „Es gibt ein Fest“

    VS Völkermarkt-Stadt
    Klasse 1A mit Klassenlehrerin Hanna Srienz, „Achtung Ziesel“

    Musisches Gymnasium Salzburg
    Klasse 6i mit Projektleiterin Lisa Six, „Das Buch der Tiere“

    Alle Lese-Schaufenster können auf der Projektwebsite www.lese-schaufenster.at eingesehen werden – wir gratulieren allen ausgezeichneten Schulklassen herzlich!

23.05.2018
  • In eigener Sache: Die neue Buchkultur Datenschutzerklärung
  • Datenschutzerklärung

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    Newsletter

    Der Newsletter beinhaltet Informationen rund um die Buchkultur, also zur Literatur, über Bücher, Autoren sowie aus der Welt der Kunst- und Kultur. Indem Sie den Newsletter abonnieren, erklären Sie sich mit dem Empfang und den beschriebenen Verfahren einverstanden. Die Anmeldung erfolgt in einem sog. Double-Opt-In-Verfahren. D.h. Sie erhalten nach der Anmeldung eine E-Mail, in der Sie um die Bestätigung Ihrer Anmeldung gebeten werden. Diese Bestätigung ist notwendig, damit sich niemand mit fremden E-Mailadressen anmelden kann.
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    Einsatz des Versanddienstleisters MailChimp

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05.06.2018
  • Neuer Preis für geisteswissenschaftliche Bücher in Deutschland
  • Geisteswissenschaftliche Bücher stehen in der medialen Aufmerksamkeit nicht gerade hoch im Kurs, obwohl gerade sie für die Wissensvermittlung und die thematische Eingrenzung von komplexen Sachverhalten für avancierte Leserinnen und Leser eine bedeutende Rolle spielen. Diesen Aspekt versucht die Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg) in Darmstadt nun mit einem neu geschaffenen Buchpreis für Geisteswissenschaften stärker in der Gesellschaft zu verankern. Zum siebzigjährigen Jubiläum der wbg wird der Preis 2019 zum ersten Mal vergeben werden, um in der Folge im Zwei-Jahres-Rhythmus abgehalten zu werden. Mit einem Preisgeld von 40.000 Euro handelt es sich dabei um den zukünftig höchstdotierten deutschen Sachbuchpreis.

    In einer Aussendung weist die wbg darauf hin, dass mit dem Preis auch ein Zeichen gegen „Fake News“ und „alternative Fakten“, dafür pro wissenschaftliche Erkenntnisse gesetzt werden soll. Dr. Hubert Wolf, Vorstandsvorsitzender der wbg: „Wir beobachten eine zunehmende Skepsis gegenüber dem geisteswissenschaftlichen Diskurs. Was Forschende für die Gesellschaft leisten, bleibt oft im Verborgenen. Deswegen betrachten wir es als wichtige Aufgabe, den Dialog mit einer breiten Öffentlichkeit zu suchen. Die Forschungsergebnisse der Geisteswissenschaften sind entscheidend, um etwa Kunst und Literatur, Philosophie und Religion, aber auch Wirtschaft und Politik besser zu verstehen.“

    Träger des wbg-Buchpreis für Geisteswissenschaften ist der gemeinnützige Förderverein „Wissen verbindet e.V.“ Er wird mit Erlösen der wbg und aus Spenden finanziert. In Österreich wird das „Wissenschaftsbuch des Jahres“ seit 2008 jährlich vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Kooperation mit der Buchkultur Verlagsgmbh vergeben.

04.06.2018
  • Sobooks gibt auf
  • Sascha Lobo und Christoph Kappes gründeten 2013 die E-Reading-Plattform Sobooks, ein ehrgeiziges Projekt, das den E-Book-Markt nicht über die technologischen Seite, sondern vom Community-Gedanken der sozialen Netzwerke her aufzurollen versuchte.
    „Wir wollen das mit Autoren, Verlegern und Agenten tun, vor allem aber nicht gegen die Leser und Nutzer. Das E-Book, wie wir es jetzt kennen, ist das, was die Digitalisierung mit dem Buch gemacht hat. Uns interessiert, was das Internet und die sozialen Medien mit dem Buch tun. Wir versuchen deshalb, eine neue Form von E-Book zu finden, die der digitalen Vernetzung angemessen ist“, erklärte Sascha Lobo 2013 gegenüber dem Börsenblatt. Fünf Jahre später hat Sobooks nun den Betrieb eingestellt: Mit dem Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung wären auf die Plattform nicht mehr bewältigbare Investitionen zugekommen, begründet das Team von Sobooks das Aufhören, räumt aber auch ein, dass neben „technologie- und branchenbedingten Schwierigkeiten unternehmerische Fehlentscheidungen“ die Gründe für das Ende seien. Schade!

01.06.2018
  • Statement der IG Autorinnen und Autoren zur Buchpreisbindung
  • In Deutschland sorgt eine Empfehlung der Monopolkommission, die Buchpreisbindung abzuschaffen, für Diskussionen. Nun hat auch die Interessensvertretung der österreichischen Autorinnen und Autoren, die IG Autorinnen Autoren, dazu Stellung genommen. Die Erklärung im Wortlaut:

    Unzulässige Einmischung –
    Gegen die empfohlene Abschaffung des festen Ladenpreises bei Büchern durch die deutsche Monopolkommission

    „Die deutsche Monopolkommission, ein seit 1973 bestehendes Beratungsgremium für die deutschen Regierung in Wettbewerbsfragen, hat ohne jeden erkennbaren plausiblen Anlass ein Sondergutachten zur Abschaffung des festen Ladenpreises bei Büchern erstellt.

    Der deutsche feste Ladenpreis gilt zwar ausschließlich für Deutschland, wie der österreichische Ladenpreis ausschließlich für Österreich gilt, sie haben aber nicht nur eine gemeinsame Geschichte – sie wurden von österreichischen und deutschen Autor/inn/en gemeinsam mit österreichischen und deutschen Verlagen erkämpft –, sondern bedingen einander auch und sind innerhalb der Europäischen Union gemeinsam erwirkter, unbestrittener Rechtsbestand.

    Da die Bezeichnung „Monopolkommission“ des deutschen Beratungsgremiums für Wettbewerbsfragen suggeriert, es ginge um die Beobachtung von Marktkonzentrationen zur rechtzeitigen Gegensteuerung und da der feste Ladenpreis immer schon eine Gegenmaßnahme gegen die Monopolisierung war, stellt sich die Frage nach den Gründen und Nutznießern dieser Empfehlung ganz besonders.

    Die deutsche Monopolkommission sollte dringend umbenannt werden, sie weist nämlich nicht auf Monopolisierungsentwicklungen hin, sie empfiehlt solche. Sie dilettiert überdies noch in Fragen herum, von denen sie nicht die geringste Ahnung hat. Dass laut Monopolkommission der kulturpolitische Mehrwert des festen Ladenpreises fraglich sein soll, ist ein Ausdruck der Uninformiertheit ersten Ranges. Sie hätte nur einen Blick über die Grenze in die Schweiz machen müssen, wo es den festen Ladenpreis seit 2012 nicht mehr gibt – zum schweren Nachteil für die Schweizer Buchproduktion und aller mit der Buchverbreitung Beschäftigten und vor allem der Buchkäuferinnen und Buchkäufer und Leserinnen und Leser in der Schweiz.

    Sowohl in ihrer Wortwahl als auch im Aufbau eines europäischen Bedrohungsszenarios (es sei wahrscheinlich, dass der Europäische Gerichtshof im Hinblick auf E-Books die Buchpreisbindung für unvereinbar mit der europäischen Warenverkehrsordnung erklären werde) erinnern die Äußerungen der Monopolkommission an die Begründungen der Lobbyisten zur Beseitigung des festen Ladenpreises vor zehn, zwanzig und mehr Jahren.

    Es gilt für E-Books nichts Anderes als für gedruckte Bücher, ihr Inhalt ist Kulturgut, ob das nun eine deutsche Monopolkommission versteht oder nicht. Der feste Ladenpreis bei Büchern erfüllt darüber hinaus in idealer Weise die UNESCO-Konvention zur Förderung und Erhaltung der kulturellen Vielfalt, der Deutschland und Österreich beigetreten sind und die damit ebenfalls zum Rechtsbestand zählt, der zu berücksichtigen ist.

    Wir weisen den plumpen Angriff der deutschen Monopolkommission auf den gesicherten europäischen Rechtsbestand entschieden zurück und fordern sie dazu auf, sich mit dem Ausdruck des Bedauerns aus der weiteren Behandlung des Themas zurückzuziehen. Sie war und ist entweder nicht willens, sich zu informieren oder hat auf dem Gebiet der Buchkultur so schwere Wissensdefizite, dass ihr eine Beurteilung nicht möglich ist und ihr daher im einen wie im anderen Fall eine Beurteilung auch nicht zusteht.“

    Gerhard Ruiss, Renate Welsh, Sylvia Treudl, Erika Kronabitter, Manfred Chobot, Heinz Lunzer, Ludwig Laher, Gabiele Russwurm-Biro, Hahnrei Wolf Käfer, O.P. Zier, Peter Paul Wiplinger, Christl Greller, Werner Richter, Nils Jensen, Gregor Fink

    IG Autorinnen Autoren
    Wien, 1.6.2018

30.05.2018
  • Krimiautorin Andrea Nagele erscheint auf Italienisch
  • In Österreich war der Kriminalroman „Grado im Regen“ von Andrea Nagele 2016 ein Überraschungserfolg – nun wurde das Buch ins Italienische übersetzt und erscheint am 31. Mai mit dem Titel „Grado sotto la pioggia“ im römischen Imprint des Emons Verlags, Emons Italia. Dass die Krimis von Nagele, die sonst in ihrem ursprünglichen Wohnort Klagenfurt und Umgebung spielen, nun in der Lagunenstadt an der Adria angesiedelt sind, hat auch damit zu tun, dass die Autorin und Psychotherapeutin in Grado mittlerweile ihren zweite Heimat gefunden hat.

    Deutschsprachige Krimis boomen derzeit in Italien: Zuletzt veröffentlichte die auflagenstarke Zeitschrift Il Venerdì ein Loblied auf das Genre und attestiert, dass „deutsche Autoren, insbesondere in den vergangenen Jahren, es geschafft haben, sich vom Etikett der Genre-Literatur zu emanzipieren und heute als ›scrittori a tutto tondo‹ – als vollwertige Schriftsteller gelten.“ Auch andere große italienische Medien von Il Fatto Quotidano über La Repubblica zu Il Giornale haben bereits über den Trend berichtet.

29.05.2018
  • „Der Geschmack Europas“ erhält den „Gourmand World cookbook award 2017“
  • Dass Verleger Lojze Wieser vom Wieser Verlag ein Feinspitz der besonderen Güte ist, wissen alle, die ihn äußerst präsent auf den Buchmessen dieser Welt erleben. Darüber hinaus ist der Verleger aber auch über das gemeinsame kulinarisch-poetische Doku-Format von ORF und 3sat „Der Geschmack Europas“ einem breiteren Publikum bekannt geworden – gemeinsam mit Martin Traxl erkundet Wieser für die Serie Küchen und Kulturen des Kontinents sowie die jeweiligen kulturgeschichtlichen Hintergründe. Nun wurde das im Wieser Verlag erschienene Begleitbuch im chinesischen Yantai mit dem „Gourmand World cookbook award 2017“ in der Kategorie „Best TV Celebrity Chef / Europa“ ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich!

    Der zweite Band von „Der Geschmack Europas“ erscheint Ende Juni 2018.

28.05.2018
  • Literaturnobelpreis fällt womöglich länger aus
  • Die Affäre um das Vergabekomitee zum Literaturnobelpreis hat nun doch längerfristige und tiefgreifendere Auswirkungen zu Folge: Der Direktor der Nobelstiftung Lars Heikensten hat in einem Interview mit „Sveriges Radio“ nun Zweifel eingeräumt, ob die für den Literaturnobelpreis zuständige Schwedische Akademie wie geplant bereits 2019 wieder eine Auszeichnung vergeben wird können. Heikensten legte darin indirekt den nach den schweren Missbrauchs- und Korruptionsvorwürfen noch verbliebenen Mitgliedern der Akademie ebenfalls den Rücktritt nahe, um die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Institution wieder herzustellen. Der Hinweis Heikenstens, dass der Nobelstiftung bereits Angebote zur Ausrichtung des Literaturnobelpreises auch von anderen Institutionen vorliegen, verleiht den Überlegungen des Direktors dabei zusätzlichen Nachdruck.

25.05.2018
  • Jetzt einreichen für die exil-jugend+schulliteraturpreise 2018
  • Seit 20 Jahren vergibt der verein exil in wien die exil-JUGEND und SCHUL-literaturpreise. Sie sollen insbesondere Jugendliche zur literarischen Auseinandersetzung mit den Themen „Leben zwischen Kulturen“, „Miteinander leben“, „Fremdsein“ und „Anderssein“ anregen. Sowohl für den jugend-literaturpreis als auch für den schulklassen-literaturpreis wird ein Preisgeld von je 1.000 Euro verliehen. Einreichen können alle in Österreich lebenden Jugendlichen sowie ganze Schulklassen bis zum 20. Lebensjahr.

    Folgende Regeln gelten für die einzureichenden Unterlagen:

    - Maximal 10 Seiten bei einzeleinreichungen, maximal 35 Seiten bei Schuleinreichungen.
    - Bitte alle Texte 2-fach ausgedruckt per Post oder per E-Mail senden
    - Ein Infoblatt mit kurzem Lebenslauf, Postadresse, E-Mail-Adresse und Telefonnummer (bei Schuleinreichungen der Lehrkraft) muss beiliegen!

    Vergeben werden die Preise im Herbst 2018 bei der Wiener Buchmesse BUCHwien, die prämierten Texte erscheinen im November 2018 in einem Buch der edition exil.

    Einreichungen bis 30. Juni 2018 an: verein.exil (@) inode.at oder per Post: verein exil, Stiftgasse 8, 1070 Wien
    Kennwort exil-jugend-literaturpreise 2018

24.05.2018
  • edition schreibkraft sucht Beiträge zum "anlegen"
  • Die Grazer Literaturzeitschrift edition schreibkraft veröffentlicht seit 20 Jahren in ihren unregelmäßig erscheinenden Ausgaben ausschließlich unveröffentlichte Texte. Für das nächste Heft #33 sucht die Redaktion noch Texte zum Thema anlegen. Einsendeschluss ist dabei der 15. Juli 2018, die Texte sollen nicht länger als 19.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) sein. Inspirierte Autorinnen und Autoren senden ihre Werke an schreibkraft (@) mur.at.

    Einige Aspekte des Begriffs anlegen hat die Schreibkraft bereits in ihrer Einladung zur Teilnahme detailliert aufbereitet, wie wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchten:

    „Ein Anlageberater ist vieles. Er ist Berater in finanziellen Belangen, er ist für manche vielleicht der Hoffnungsträger auf eine bessere Zukunft, vielleicht ist er auch Anlaufstelle für Kummer und Sorgen, einem Barkeeper nicht unähnlich. Eines aber ist er sicher nicht: Er ist kein Coach für Nahkampftraining. Diese Erkenntnis wollen wir Ihnen mit auf den Weg geben – er kümmert sich vielmehr um Ihre Prosperität (Typ A: der seriöse Anlageberater) oder eher um seine eigene (Typ B: der unseriöse Anlageberater). Experten des Typs B sollten wiederum die Konsultation des oben erwähnten Nahkampfcoaches in Erwägung ziehen, da ihre Kundschaft leicht in Versuchung geraten könnte, sich mit ihnen anzulegen, will heißen: die körperliche Auseinandersetzung zu suchen. Sie, die Anlageberater, würden so unfreiwillig auf überraschende Schnittflächen im weiten Bedeutungsfeld des Begriffs „anlegen“ gestoßen. Denn anlegen können wir vieles.

    Wir können Geld anlegen im Sinne von: Vorsorge treffen, dass die materielle Zukunft nicht allzu schlimm ausfalle. Oder, um es mit einem historischen Claim der österreichischen Raiffeisenbanken zu sagen: „Geld macht glücklich, wenn man rechtzeitig drauf schaut, dass mans hat, wenn mans braucht.“ Hat man zwar rechtzeitig drauf geschaut, würde es benötigen, es ist aber dennoch keinerlei Vermögen verfügbar, dürfte Typ B (der unseriöse Finanzberater) im Spiel gewesen sein – vielleicht ist aber auch die hochspekulative zweitrangige Anleihe, die sie zeichnen mussten, weil ihr Sparbuch mit heißen 0,15 Prozent verzinst war, niemals ausbezahlt worden. (Stichwort: Vom System gefickt!)

    Wir können aber auch uns anlegen: im positiven Sinne und rechtlich abgesichert im Nahkampftraining, etwas unklarer im Ausgang in Form von juristischen Auseinandersetzungen und im Allgemeinen wenig goutiert in Form von körperlichen Übergriffen. Noch besser als die geschmeidige Beherrschung von Martial Arts jedweder Provenienz wäre folglich eine solvente Rechtsschutzversicherung oder – am besten - eine Zusatzausbildung in Rechtswissenschaften, um den Instanzenweg durchzustehen. Zweiteres wohl auch dann, wenn wir es darauf anlegen, uns nicht nur mit einem kleinen Berater (Typ B), sondern dem (kapitalistischen) System als Ganzem anzulegen, Stichwort Degrowth oder Post-Extraktivismus.

    Am Ende der Fahnenstange sind wir damit aber längst noch nicht angelangt: Ein erfolgreicher Geschäftsmann (z.B. Anlageberater Typ B) oder Erbe eines erfolgreichen Anlageberater-Typ-A-Kunden kann mit seiner Motor- oder Segeljacht am Kai anlegen, jeder und jede andere – metaphorisch gesprochen - im Hafen der Ehe. Historisch betrachtet stellte das für viele ja die wichtigste Möglichkeit dar, finanziell vorzubauen. Ein Stück zurück in der Historie legte man – apropos Fahnenstange – auch Ritterrüstungen an (und noch heute den Sicherheitsgurt). Ausgedient hatte der Harnisch bekanntermaßen mit der Etablierung der Feuerwaffen und – exakt – die werden ebenfalls angelegt; von Jägern und Jagdgästen gerne auch mal auf einen Zwölfender.

    Kurz: Der Begriff scheint in einem komplexen Bezugsystem aus Geld und Gewalt gefangen. Doch nein: In der Küche kann z.B. der Verzicht auf Schmalz dazu führen, dass sich etwas anlegt. Gemeint sind hitzebedingt am Topfboden verkrustete Strukturen. Wer nicht aufs Schmalz verzichtet, riskiert wiederum, dass sich dieses in der Bauchgegend anlegt. Nennen wir es: die eiserne Reserve.

    Ihr Nachbar übt um 4 Uhr morgens Sonaten am Klavier? Ihr Arbeitgeber findet, ein 11-Stunden-Tag habe noch niemandem geschadet und Ihre Kunden meinen, Sie seien deren persönliches Gut, über dessen Zeit sie jederzeit verfügen können? Dann ist es Zeit, Grenzen zu ziehen, schlimmstenfalls unter Hinzuziehung diverser Mittel der Streitkultur: Gebrüll, Drohungen, Vorwürfe oder Rechtsanwälte – suchen Sie sich eines aus. Wie aber streiten im Zeitalter der Political Correctness, in dem Beschimpfungen Veganer verletzen könnten (blöde Sau) oder unter Berücksichtigung der vor allem in den sozialen Medien inflationären Verwendung von unsinnigen Argumenten? Schicken Sie uns Ihre Gedanken zum Thema Streitkultur, feinden Sie uns an oder senden Sie uns die Kennzahlen Ihres Fonds – es liegt an Ihnen.“

22.05.2018
  • „Center for Literature“ eröffnet im August auf Burg Hülshoff bei Münster
  • Havixbeck ist eine 11.000 Einwohner-Kleinstadt in der Nähe von Münster – und demnächst Sitz des Center for Literature“ (CfL), das unter der Leitung von Autor Jörg Albrecht („Anarchie in Ruhrstadt“, Wallstein) die Rolle von Literatur für die Gesellschaft von verschiedenen Seiten beleuchten möchte. Getragen wird die Institution von der Annette-von Droste-zu-Hülshoff-Stiftung, die mit der Burg Hülshoff auch die Räumlichkeiten stellt. Dabei wird das CfL mit künstlerischen Positionen aus Film, Tanz, Musik, Medien- und Netzkunst kooperieren. Jörg Albrecht umreißt den Auftrag an das CfL folgendermaßen: „Wir wollen erforschen, was die öffentliche Dimension von Literatur heute sein kann: Wieso überhaupt noch Lesungen? Und – wenn ja – wie genau? Wie verändert sich Literatur, sobald wir sie nicht still lesen, sondern eben öffentlich? Was könnte eine Poetik des Publikums und des Public Space sein, des öffentlichen Raums?“ Zusätzlich wird das Zentrum auch mit der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) zusammenarbeiten, die derzeit am Aufbau des Studienzweigs „Literarisches Schreiben“ mit den Gastprofessoren Ulrich Peltzer und Navid Kermani arbeitet.

    Burg Hülshoff - Center for Literature eröffnet am 24.8.2018 mit den Droste-Tagen, in deren Rahmen u.a. Barbara Köhler, Fiston Mwanza Mujilia, Tilman Rammstedt und Peter Waterhouse literarische Grenzüberschreitungen ausloten. Wenige Wochen später, am 22. und 23. September, findet das Literaturvolksfest „_SCHAUSTELLEN!“ statt, bei dem sich u.a. Marcel Beyer, Nora Gomringer, Andreas Neumeister und Senthuran Varatharajah brennender gesellschaftlicher Baustellen annehmen werden.

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