17.10.2018
  • Letztes neues Buch vom Stephen Hawking erscheint
  • Am 14. März ist der britische Astrophysiker Stephen Hawking im Alter von 76 Jahren gestorben. Mit „Kurze Antworten auf große Fragen“ erscheint jetzt auf Deutsch im Klett-Cotta Verlag sein letztes Buch. Darin beschäftigt sich der Wissenschaftler mit den großen Fragen des Lebens und der Gegenwart: Gibt es einen Gott? Werden wir auf der Erde überleben? Und wird uns künstliche Intelligenz überholen? Provokante Grundthese: Da die Menschheit die Erde in den nächsten tausend Jahren vermutlich zerstören wird, wird sie einen Weg finden müssen, außerhalb des Planeten zu überleben.

16.10.2018
  • Zweitausendeins eröffnet neuen Laden in Leipzig
  • Totgesagte leben länger: Zum 50. Jubiläumsjahr eröffnet die linke Versandhandels-Buch- und Medienkette Zweitausendeins ein neues Ladenlokal in der Leipziger Karl-Liebknecht-Straße 30-32. Erster Geschäftstag wird der 25. Oktober ab 10 Uhr sein, die feierliche Eröffnung findet am 22. November 2018 statt. Vom SPIEGEL einst als „Trendsetter für den coolen Intellekt“ bezeichnet, geriet Zweitausendeins als Buchhandelskette und Katalog-Versandhandel mit dem legendären monatlichen „Merkheft“ ab Anfang der 2000er unter zunehmenden Druck, bis 2012 alle Ladenlokale geschlossen werden mussten. Nun will man wieder optimistisch in die Zukunft blicken, „von Douglas Adams bis Klimawandel, von Philip K. Dick über die namensgebende ‚Odyssee im Weltraum’ bis hin zu Fairtrade, Code Girls und Konsumkritik“ möchte man in Leipzig zukünftig Akzente setzen. Wir wünschen alles Gute!

15.10.2018
  • Bücher demnächst nicht mehr plastikverpackt?
  • Es ist ein Startschuss mit Signalwirkung: die Ullstein-Bestsellerautorin Nele Neuhaus veröffentlicht ihren neuen Krimi „Muttertag“ ohne Einschweißfolie – versiegelt wird das Buch mit einem Aufkleber an der Vorderseite. Ab dem Frühjahr 2019 soll dann das gesamte Programm der Bonnier-Verlagsgruppe, zu der unter anderem auch die Verlage Piper und Carlsen gehören, ohne Plastik und ohne Aufkleber auf den Markt kommen. Auch der Neue Umschau Verlag experimentiert derzeit mit Neuerscheinungen, die ohne Einschweißfolie veröffentlicht werden. Man darf gespannt sein, wie die Buchkäufer auf unabwaschbare Flecken und die unausweichlichen Verfärbungen bei hellen ungestrichenen Covern selbst bei Neuware reagieren werden – oder für die prinzipiell begrüßenswerte Müllvermeidung gerne bereit sind, dieses Manko in Kauf zu nehmen.

09.10.2018
  • Deutscher Buchpreis geht an Inger-Maria Mahlke
  • „Es wirkt so, als ob die Figuren nicht ganz an ihrem eigenen Leben teilhaben und sich dauernd selbst beobachten würden. Dies gibt der Geschichte einen teils interessanten, fast traumähnlichen Charakter, macht sie aber oft schwer fassbar und zu wenig konkret; ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin etwas öfter ‚andocken’ würde“ – das schrieb Miriam Mairgünther in ihrer Rezension von „Archipel“ in Buchkultur 179 vom August. Bei der Jury für den Deutschen Buchpreis 2018 war die Begeisterung deutlicher zu spüren: Denn gestern wurde der Roman von Inger-Maria Mahlke als traditioneller Auftakt zur Frankfurter Buchmesse mit ebenjenem öffentlichkeitswirksamsten Preis des deutschsprachigen Buchhandels ausgezeichnet. Wir freuen uns, wie divers Literatur doch wahrgenommen werden kann, und gratulieren Inger-Maria Mahlke herzlich!

08.10.2018
  • Beatrix Kramlovsky und Sylvia Treudl lesen blickdicht in Wien
  • Die Leserschaft der Buchkultur kennt sie natürlich: Sylvia Treudl ist seit vielen Jahren als Redakteurin und Kolumnistin für das Magazin tätig. Im März hat die Lyrikerin aus den Skizzenbüchern und Grafiken von Beatrix Kramlovsky mit dem Buch „BLICK.DICHTE“ ein Potpourri von Beobachtungen rund um die Welt ausgewählt und sich auf einen farbigen poetischen Diskurs eingelassen. Am 23. Oktober lesen die beiden nun gemeinsam daraus in der Wiener Buchhandlung Orlando.

    Dazu spielt Cordula Bösze Querflöte.

    Beatrix Kramlovsky und Sylvia Treudl lesen und sprechen aus:
    BLICK.DICHTE. Gedichte und Zeichnungen (Literaturedition Niederösterreich)
    Dienstag, 23. Oktober 2018 von 19:00 bis 21:00
    Buchhandlung Orlando, Liechtensteinstraße 17, 1090 Wien

05.10.2018
  • Friedensnobelpreis für Nadia Murad
  • Die Jesidin Nadaia Murad ist mit dem Friedensnobelpreis 2018 ausgezeichnet worden. Die 25-jährige Menschenrechtsaktivistin wurde als Gefangene des Islamischen Staats Opfer von Folter und Vergewaltigung und verlor durch das Regime auch ihre Familie. Heute setzt sie sich mit ihrer NGO Nadia’s Initiative für Binnenflüchtlinge im Nordirak ein, die als Überlebende psychologische Hilfe brauchen.

    Ihre ergreifende Autobiografie „Ich bin Eure Stimme“ ist im Oktober 2017 bei Droemer auf Deutsch erschienen, insgesamt wurde sie in 28 Ländern veröffentlicht.

04.10.2018
  • Die Schlümpfe werden 60
  • Am 23. Oktober 1958 tauchten sie zum ersten Mal auf: In einem Abenteuer der beliebten Comic-Reihe „Johann und Pfiffikus“ von Pierre „Peyo“ Culliford gaben in einer Nebenrolle ihr öffentliches Debüt im Spirou-Magazin. Schnell entwickelten sich die blauen Männchen mitsamt Schlumpfine zu Publikumslieblingen, wurden Hitparadenstars mit mehreren Revivals im Lauf der Jahrzehnte und in den 2010ern mit drei Hollywoodfilmen auch in zeitgemäße Animation versetzt. Rund um den diesjährigen runden Geburtstag veröffentlicht der deutsche Splitter Verlag nun im November die frühesten Schlumpf-Comics von Peyo erstmalig auf Deutsch in Albenform. Diese sechs „Mini-Geschichten“ (im Original: „Mini-récits“) erschienen als Comics zum Selberbasteln in den frühen 1960er Jahren im Spirou und wurden später zu Alben ausgebaut.
    Sammler können sich dabei auf detailgetreue Mini-Alben freuen: Splitter bringt die Bände im Original-Layout mit je 48 Seiten und aufgefrischter Kolorierung zum Preis von je EUR 7,95 auf den Markt.

03.10.2018
  • Ratten zerstören 8000 Bücher in Stuttgarter Uni-Bibliothek
  • Seit Januar 2018 sind in der Uni-Bibliothek am Rande des Stuttgarter Stadtgartens knapp 8000 Bücher zerstört worden, berichtete unlängst die Stuttgarter Zeitung. Und zwar von Ratten. Dabei ist ein Schaden von etwa 200.000 Euro entstanden. „Etwa 200 Regalmeter Bücherregale waren so stark mit Rattenkot verseucht, dass sie entsorgt und ersetzt werden mussten“, wird in dem Artikel berichtet. Mittlerweile haben Kammerjäger die unliebsamen Besucher, die sich vor allem auf die sozial-, wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Literatur aus den Sechziger- bis Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts spezialisiert haben, wieder aus der Bibliothek verdrängt – und richten einen Appell an die Stadtverwaltung: Der von Abfällen und Essensresten dauerverschmutzte Stadtpark muss öfter als derzeit einmal pro Woche gereinigt werden, um die kleinen Nager in Zukunft nicht mehr anzuziehen.

    Quelle: SPIEGEL online

02.10.2018
  • E-Books demnächst billiger?
  • Die rechtliche Gleichbehandlung von gedruckten Büchern mit E-Books schreitet weiter voran: Der Rat Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN) der EU hat sich heute einstimmig für die steuerliche Gleichbehandlung von gedruckten Büchern und E-Books ausgesprochen. Das bedeutet, dass Mitgliedsstaaten in Zukunft den Anwendungsbereich des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Bücher – in Österreich 10% anstatt 20%, in Deutschland 7% statt 19% - auch für E-Books geltend machen können. Ob diese mögliche Reduktion auch tatsächlich in Kraft treten wird, hängt nun noch von den Entscheidungen der jeweiligen nationalen Gesetzgeber ab.

01.10.2018
  • Ufa gründet TV Serien-Schreibschule
  • Für viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist das Schreiben von Drehbüchern eine lukrative Nebenerwerbsquelle: Nicht selten entscheiden sie über den Erfolg und die emotionale Bindung des Serienstoffs beim Zuseher. Der aktuelle Hype um HBO, Netflix und deren inhaltlich komplexe Fernsehserien hat auch bei vielen anderen privaten wie öffentlich-rechtlichen Sendern zu einem Umdenken hin zu qualitativeren Serienformaten geführt wie auch zu einem neuen Produktionsboom. Ufa-Geschäftsführer Joachim Kosack möchte sich daher in den kommenden Jahren verstärkt der Aus- und Weiterbildung von Autorinnen und Autoren widmen und ruft eine eigene Serien-Schule ins Leben. Der erste Kurs startet im Januar 2019, da beginnt die Ufa mit einem ersten 16-wöchigen Kompaktkurs für Storyliner von Daily Soaps. Zwischen Theorie und Praxis wird abgewechselt, weitere Angebote auch für andere Genres sollen folgen.

    Die Bewerbungsfrist läuft bis Ende Oktober, Mindestalter für die Teilnahme am Weiterbildungsprogramm ist 21 Jahre. Der theoretische Unterricht findet in Potsdam statt, die Praxisausbildung zum Teil auch in Köln.

    Weitere Informationen hier.

28.09.2018
  • Bernhard Aichner kommt mit neuem Thriller und aufwendiger Liveshow nach Österreich
  • Große Würfe werfen ihre Schatten voraus: Am 1. Oktober erscheint der neue Thriller „Bösland“ (btb) von Bernhard Aichner. Dazu hat sich der Erfolgsautor eine ausgefeilte einstündige Live-Inszenierung, die weit über die klassische Lesung und Buchpräsentationen hinausgehen, ausgedacht: Gemeinsam mit dem Musiker Florian Eisner, der ihn schon für die „Totenrausch“-Lesetour begleitet hat, bereist er in den nächsten Tagen in einer feinnsinnigen Doppel-Conference mit Musik und Humor vier ausgewählte Thalia-Buchhandlungen in Österreich:

    Sonntag, 30.9., Beginn: 17 Uhr
    Thalia Wien Mitte

    Montag, 1.10., Beginn: 19 Uhr
    Thalia Linz

    Dienstag, 2.10., Beginn: 13 Uhr
    Thalia Mariahilfer Straße

    „Stehpartie“, Dienstag, 27.11., Beginn: 17 Uhr
    Thalia Bad Ischl

    Eintritt frei!

27.09.2018
  • 1918-2018: Das Jahrhundert der Frauen
  • Am 16. Oktober finden die nächsten Zeitzeugengespräche im Museum Niederösterreich/St. Pölten statt. Diesmal sind TV-Legende Chris Lohner und die Literaturwissenschaftlerin Katharina Strasser zu Gast. Thema: „1918-2018: Das Jahrhundert der Frauen“.

    Das Jahr 1918 brachte nicht nur das Ende des „Großen Krieges“, sondern auch das allgemeine Wahlrecht für Frauen. Der Weg zur tatsächlichen Gleichberechtigung ist immer noch ein weiter. Warum werden Frauen in der Arbeitswelt nach wie vor benachteiligt? Warum lassen sich traditionelle Rollenzuschreibungen und Geschlechterstereotype scheinbar nur schwer überwinden?
    Katharina Strasser ist Leiterin des Fachbereichs Literatur beim Land Niederösterreich und Leiterin der Literaturedition NÖ. Anfang Oktober erscheint in dieser die Anthologie „Frauen.Wahl.Recht. 100 Jahre Frauenwahlrecht“. Chris Lohner hat sich in zahlreichen Büchern mit Fragen der Emanzipation auseinandergesetzt.

    16.10.2018, 18 Uhr, Museum Niederösterreich, Kulturbezirk 5, St. Pölten (Eintritt: 9 Euro)

25.09.2018
  • ‹USUS› in der mumok Bibliothek
  • Ein Veranstaltungstipp für alle, die sich für Buchgestaltung begeistern: Die Künstlerinnen Uta Schneider und Ulrike Stoltz stehen gemeinsam für das Label ‹USUS›, dessen Motto „Zusammenarbeit als künstlerisches Konzept“ lautet. Uta Schneider war viele Jahre Leiterin der Stiftung Buchkunst und unterrichtet nun Angewandte Buchgestaltung und experimentelles Buch in ihrem Atelier in Offenbach sowie als Gastdozentin in diversen Institutionen in Deutschland und Österreich. In der mumok Bibliothek in Wien stellt sie stellvertretend für das Künstlerinnen-Duo bei freiem Eintritt das vielfältige Programm von ‹USUS› sowie das Projekt boatbook vor.

    Donnerstag, 27. September 2018, 18:00
    mumok Bibliothek, Wien

24.09.2018
  • Morgen startet das „literaturfestival odessa“
  • Zum vierten Mal findet vom 25. bis 30. September das internationale literaturfestival odessa (ilo) statt. Autoren und Autorinnen aus insgesamt 13 Ländern kommen dazu in die Südukraine, um die literarische Strahlkraft der Hafenstadt und ihren multikulturellen Charakter zu beleuchten sowie den kulturellen Austausch mit anderen Kulturmetropolen in Europa und der Welt zu stärken.

    Alle Texte der fremdsprachigen Autorinnen und Autoren werden in der jeweiligen Originalsprache und auf Russisch oder Ukrainisch gelesen. Darüber hinaus werden Übersetzungen ins Englische und Ukrainische oder Russische zur Verfügung gestellt. Die Lesungen finden im Literaturmuseum Odessa und im Terminal 42 statt.

    Aus Österreich ist Alois Hotschnig zu Gast, aus der Schweiz lesen Gianna Molinari (derzeit auf der Shortlist zum Schweizer Buchpreis), Christian Uetz, Stefan Zweifel sowie die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2010, Melinda Nadj Abonji. Deutschland ist mit den Autorinnen Felicitas Hoppe, Sascha Marianna Salzmann, Anne Thomas und deren männlichen Kollegen Rolf Hosfeld, György Dalos, Gerhard Falkner sowie Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann vertreten.

    Alle weiteren Informationen zum Festival hier.

21.09.2018
  • Götz Aly erhält Geschwister-Scholl-Preis
  • Für sein Buch „Europa gegen die Juden. 1880–1945“ (S. Fischer) wird der Historiker und Holocaustforscher Götz Aly mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2018 ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 19. November im Rahmen des Literaturfests München statt.

    Aus der Jury-Begründung: „In seinem jüngsten Buch ‚Europa gegen die Juden. 1880−1945’ begründet und belegt Aly umfassend eine markante These zu den Möglichkeitsbedingungen des Holocaust, mit ganz Europa im Blick. Der Antisemitismus war demnach nicht die Sache einer Minderheit von irrationalem Hass getriebener Fanatiker. Für die Verdrängung der Juden aus dem bürgerlichen Leben gab es rationale Gründe – rational im Sinne von: erklärbar, aus den materiellen Interessen derjenigen, die von der Beseitigung der Konkurrenz profitierten. (...) Es war möglich, den Holocaust vorauszusagen.“ Der Geburtstag von Widerstandskämpfer Hans Scholl („Die Weiße Rose“) würde sich morgen, am 22. September 2018, zum 100. Mal jähren.

20.09.2018
  • Frankfurter Buchmesse mit Science Fiction-Lounge
  • Auf der Frankfurter Buchmesse (10.–14. Oktober 2018) wird zum ersten Mal ein eigenes Science-Fiction-Event ins Leben gerufen. Als Hommage an das literarische Oeuvre der kürzlich verstorbenen Autorin Ursula K. Le Guin wird das Format „Think Ursula“ heißen und mit der „Ursula“-Lounge mitten im neu geschaffenen Frankfurt Pavilion der Buchmesse auch einen eigenen Treffpunkt für alle Science-Fiction-Begeisterten schaffen. Dort sprechen in Kooperation mit dem Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN) unter anderem die Autoren Dmitry Glukhovsky („Metro 2033“), Dietmar Dath („Pulsarnacht“, „Venus siegt“), Andreas Brandhorst („Ewiges Leben“), Theresa Hannig ("Die Optimierer") und Karen Nölle (Übersetzerin von Le Guin) über die Kunst des Weltenerfindens und welche Leidenschaft sie persönlich antreibt. Das Event wird außerdem mit atmosphärischen Videoinstallationen von Mili Giacomelli inszeniert.

    Die Lounge „Think Ursula“ findet am Freitag, 12. Oktober 2018, von 17 bis 19 Uhr im Frankfurt Pavilion auf der Agora der Frankfurter Buchmesse statt.

19.09.2018
  • „Der Trafikant“ von Robert Seethaler kommt ins Kino
  • Die Verfilmung von Robert Seethalers Bestseller „Der Trafikant“ (Kein & Aber) läuft demnächst an: Ab 12. Oktober kommt der Streifen in die österreichischen Kinos, in Deutschland und der Schweiz startet er am 1. November. Regie führte dabei Nikolaus Leytner. Schon am 30. September um 21:30 Uhr feiert „Der Trafikant“ im Passage Kino auf dem Filmfest Hamburg seine Deutschlandpremiere.

    Zur Handlung: Der 17-jährige Franz Huchel (Simon Morzé) verlässt 1937 sein Heimatdorf am Attersee, um beim Wiener Trafikanten Otto Trsnjek (Johannes Krisch) in die Lehre zu gehen. Zu den Stammkunden des kleinen Tabakladens zählt auch der bereits von fortschreitendem Alter und Krankheit gezeichnete Sigmund Freud (Bruno Ganz), von dem Franz auf Anhieb fasziniert ist. Als der Junge sich unglücklich in die schöne Varietétänzerin Anezka (Emma Drogunova) verliebt, sucht er Rat bei Freud, muss aber feststellen, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist. Franz ist dennoch fest entschlossen, um seine Liebe zu kämpfen, wird aber in den Strudel der politischen Ereignisse gezogen, als Hitlers Truppen das Kommando übernehmen.

18.09.2018
  • Die 5 Nominierten für den Schweizer Buchpreis stehen fest
  • Neben Deutschland und Österreich hat auch die Schweiz einen nationalen Buchpreis. Nun wurden die fünf nominierten Titel und Autorinnen bzw. Autoren vom Schweizer Buchpreis 2018 bekannt gegeben:

    Heinz Helle, „Die Überwindung der Schwerkraft“ (Suhrkamp)
    Die Beziehung zweier Brüder steht im Zentrum des dritten Romans von Heinz Helle. Virtuos verknüpft der Autor eine Spurensuche mit den großen Fragen des Lebens. Eine Nacht lang ziehen die Brüder von Kneipe zu Kneipe. Vor allem der Ältere trinkt an gegen das Elend der Welt, die von Krieg und Gewalt bestimmt ist. Aber er erzählt seinem Bruder auch vom baldigen Vaterglück. Was beide nicht wissen: Es wird danach kein Wiedersehen geben. Neun Monate später ist der ältere Bruder tot.

    Gianna Molinari, „Hier ist noch alles möglich“ (Aufbau Verlag)
    Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik engagiert. Ein Wolf soll in das Gelände eingedrungen sein. Abend für Abend macht sie ihren Rundgang, kontrolliert die Zäune. Mit der Fabrik, die vor der Schließung steht, und dem wenigen verbleibenden Personal schafft Gianna Molinari eine faszinierend-verstörende Welt, in der die Frage, was uns bedroht und welche Grenzen wir ziehen, immer mitschwingt.

    Peter Stamm, „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ (S. Fischer Verlag)
    Wie viel Freiheit haben wir, das eigene Leben zu gestalten? Peter Stamm erzählt in seinem neuen Roman von Christoph, der in Stockholm auf die viel jüngere Lena trifft. Sie sieht der Frau gespenstisch ähnlich, die er vor zwanzig Jahren geliebt hat. Er kennt das Leben, das Lena führt, und weiß, was ihr bevorsteht. So beginnt ein Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart, aus dem keiner unbeschadet herausgehen wird.

    Vincenzo Todisco, „Das Eidechsenkind“ (Rotpunktverlag)
    Offiziell darf es das Kind nicht geben. Im „Gastland“ muss es sich verstecken: unter der Kredenz, im Schrank, in der Abstellkammer, während der Vater auf dem Bau und die Mutter in der Fabrik arbeitet. Im italienischen Ripa hingegen, bei der Nonna Assunta, rennt und spielt der Junge wie alle Kinder. Aus der Sicht eines Kindes erzählt Vincenzo Todisco von einer Saisonier-Familie der 60er Jahre und von einem klandestinen Schicksal mitten in der Schweiz.

    Julia von Lucadou, „Die Hochhausspringerin“ (Hanser Berlin Verlag)
    In ihrem Debüt inszeniert Julia von Lucadou einen packenden Drahtseilakt zwischen totalitärer Überwachung und Freiheitsdrang. Riva, die Protagonistin, ist eine Vorzeigeathletin einer neuen Welt und Millionen halten den Atem an, wenn sie zum Sprung ansetzt. Dann hört Riva von einem Tag auf den anderen auf und verweigert den jubelnden Massen ihre Präsenz. Hier kommt Hitomi ins Spiel. Die Wirtschaftspsychologin überwacht Riva und soll sie gefügig machen. Wenn es ihr nicht gelingt, stürzen beide ab.

    Die öffentliche Preisverleihung findet am Sonntag, 11. November, 11 Uhr, im Rahmen des Literaturfestivals BuchBasel, im Theater Basel statt (Eintritt frei).

    schweizerbuchpreis.ch/

17.09.2018
  • Deutschland-Tournee von Martin Suter und Stephan Eicher abgesagt
  • Wir haben ausführlich zu Buch und kommender Tour im Magazin Buchkultur berichtet, leider mussten nun die gemeinsamen September-Auftritte von Autor Martin Suter und Sänger Stephan Eicher im Rahmen der Co-Veröffentlichung „Song Book“ aufgrund eines Bandscheibenvorfalls von Stephan Eicher abgesagt werden. Wann die Song Book-Tournee durch Deutschland nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Bereits erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit, können jedoch auch bei den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.

14.09.2018
  • Österreichische Exilbibliothek feiert 25. Geburtstag mit „Küche der Erinnerung“
  • Die 1993 gegründete Österreichische Exilbibliothek dokumentiert das Leben und die Arbeit von österreichischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Menschen mit künstlerischem Beruf in Exil und Emigration seit 1933 bzw. 1938.

    Zum 25. Geburtstag wird ab 27. September mit der „Küche der Erinnerung“ und dem Untertitel „Essen & Exil“ ein Ausstellungs- und Buchprojekt realisiert, das die private, gesellschaftliche und symbolische Essenz des Essens im historischen Kontext von 1938–1945 ins Zentrum rückt. Die Ausstellung versammelt rund 150 Objekte - Handschriften, Lebensdokumente, Fotos, Originalausgaben, Exilzeitschriften, Rezeptsammlungen u.v.m. – aus der Bibliotheks-Sammlung, zusätzlich erscheint ein Buch mit 32 teils unpublizierten literarischen Texten von u. a. Jimmy Berg, Alice Herdan-Zuckmayer, Joseph Roth, Egon Schwarz, Lore Segal, Fred Wander oder Hermynia Zur Mühlen, wissenschaftliche Beiträge runden die Publikation ab.

    Küche der Erinnerung – Essen & Exil
    Mi, 26. September 2018, 19.00 Uhr
    Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation mit Lesung & Gespräch
    Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien

    Veronika Zwerger und Ursula Seeber (Hg.): „Küche der Erinnerung. Essen & Exil.“ (new academic press), 344 Seiten, mit ca. 200 Abbildungen, brosch, ISBN 978-3-7003-2081-4, 32,00 EUR

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