17.08.2018
  • Hörbuch-Streaming boomt
  • Vor zwei Jahren in Schweden gestartet, hat der Hörbuch-Streaming-Dienst BookBeat nun die Marke von 100.000 zahlenden Usern weltweit geknackt. Auch im deutschsprachigen Raum, wo die Online-Plattform seit Oktober 2017 verfügbar ist, verzeichnet sie Neuanmeldungszahlen „im hohen zweistelligen Prozentbereich.“ Dabei nutzen Bookbeat-Kunden durchschnittlich 30 Stunden pro Monat das Flatrate-Angebot des Streaming Diensts – das entspricht bei 6 Stunden Laufzeit ca. 5 kompletten Hörbüchern. Weitere Anbieter am digitalen Hörbuchmarkt sind u.a. die Amazon-Tochter und Marktführer Audible, Google Play Books sowie Spotify, wobei letztere ihr Streaming-Angebot jedoch stark auf Musikdateien fokussieren.

16.08.2018
  • Frankfurter Buchmesse startet Bookfest
  • In Frankfurt geht man neue Wege: vom 10. bis 14. Oktober wird die weltweit größte Buchmesse zum ersten Mal ein internationales Festival, das BOOKFEST, begleiten, in dessen Rahmen ein hochkarätiges besetztes Literaturprogramm im neuen Frankfurt Pavilion, Bestseller-Events auf dem Messegelände sowie Poetry-Slams, Tastings und Panels in teils ungewöhnlichen Frankfurter Locations geboten werden.

    Dabei versteht sich das BOOKFEST als Festival für die ganze Stadt, nicht nur für Messefachbesucher. „Wir werden in knapp 20 Frankfurter Bars und ungewöhnlichen Locations keine klassischen Lesungen, sondern interaktive Formate wie Slams, Talks, Koch-Events und Performances aus den unterschiedlichsten Themengebieten veranstalten“, erklärt Frank Pauli, Director Business Development, den Charakter des Festivals. Damit sollen auch diejenigen erreicht werden, die nicht zum klassischen Buchmesse-Publikum gehören.

    Zu den Programm-Höhepunkten zählen Auftritte von Bestsellerautor Håkan Nesser, oder auch ein In-Depth-Interview mit Komiker Otto Waalkes. Knapp 50 Veranstaltungen, u. a. mit Udo Lindenberg, Juli Zeh, Deniz Yücel, Meg Wolitzer, Paul Beatty, Dörte Hansen, Robert Seethaler, Dimitry Glukhovsky, Cixin Liu, Maja Lunde und Eckart von Hirschhausen, finden im neu geschaffenen, 500 m_ großen Holzbau Frankfurt Pavilion statt.

    Eine Übersicht aller Veranstaltungen sowie weitere Details können unter www.bookfest.de aufgerufen werden.

14.08.2018
  • Deutscher Buchpreis: Longlist steht fest
  • Heute wurden die 20 für den Deutschen Buchpreis 2018 nominierten Titel bekannt gegeben – einiges dürfte dabei für Überraschung und Verwunderung sorgen, mit fünf bis sechs der Titel konnte man rechnen. Am 11. September wird diese Longlist auf eine Shortlist reduziert, der oder die GewinnerIn des Deutschen Buchpreises wird traditionell dann am Vorabend der Frankfurter Buchmesse, dieses Mal am 8. Oktober, bekannt gegeben.

    Die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018:

    Carmen-Francesca Banciu, „Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!“ (PalmArtPress)
    María Cecilia Barbetta, „Nachtleuchten“ (S. Fischer)
    Maxim Biller, „Sechs Koffer“ (Kiepenheuer & Witsch)
    Susanne Fritz, „Wie kommt der Krieg ins Kind“ (Wallstein)
    Arno Geiger, „Unter der Drachenwand“ (Carl Hanser)
    Nino Haratischwili, „Die Katze und der General“ (Frankfurter Verlagsanstalt)
    Franziska Hauser, „Die Gewitterschwimmerin“ (Eichborn)
    Helene Hegemann, „Bungalow“ (Hanser Berlin)
    Anja Kampmann, „Wie hoch die Wasser steigen“ (Carl Hanser)
    Angelika Klüssendorf, „Jahre später“ (Kiepenheuer & Witsch)
    Gert Loschütz, „Ein schönes Paar“ (Schöffling & Co.)
    Inger-Maria Mahlke, „Archipel“ (Rowohlt)
    Gianna Molinari, „Hier ist noch alles möglich“ (Aufbau)
    Adolf Muschg, „Heimkehr nach Fukushima“ (C.H.Beck)
    Eckhart Nickel, „Hysteria“ (Piper)
    Josef Oberhollenzer, „Sültzrather“ (Folio)
    Susanne Röckel, „Der Vogelgott“ (Jung und Jung)
    Matthias Senkel, „Dunkle Zahlen“ (Matthes & Seitz Berlin)
    Stephan Thome, „Gott der Barbaren“ (Suhrkamp)
    Christina Viragh, „Eine dieser Nächte“ (Dörlemann)

    Zur Veröffentlichung der Longlist ist im Buchhandel wieder eine Broschüre mit Leseproben zu allen 20 Titeln erhältlich!

13.08.2018
  • Literatur-Nobelpreisträger V.S. Naipaul gestorben
  • Mit indischen Wurzeln in Trinidad geboren, war er zuerst als Journalist, dann als Schriftsteller in Großbritannien immer eine Stimme zwischen den Welten. Mit klarer und schnörkelloser Sprache liebte es Vidiadhar Surajprasad Naipaul (kurz: V.S. Naipaul), seine Umwelt und Leserschaft einerseits zu begeistern, andererseits zu provozieren. Schon seine Bücher in den 1960er-Jahre gingen teils hart mit den gesellschaftlichen und politischen Missständen in Entwicklungsländern ins Gericht und nahmen auf sprachliche Regulative, die man heute als p.c. bezeichnen würde, kaum Rücksicht. Trotz oder auch wegen dieser Haltung wurde er von der englischen Queen in den Stand des „Sir“ gehoben, und erhielt 2001 den Literatur-Nobelpreis. In Ausgabe 95 der Buchkultur aus dem Jahr 2004 würdigten auch wir Naipaul anlässlich des damals neu erschienenen Sammelbands „Des Nachwächters Stundenbuch und andere komische Entdeckungen“: „Wie der 33-jährige hier Erinnerung und Gegenwart, Ironie, Selbstironie und einen Schuss Tragik, nicht zu vergessen die saftigen Seitenhiebe auf karibische Kultur-Aufsteiger, verschränkt und orgiastisch in einem Orkan kumulieren lässt: Das zeigt bereits Naipauls ganze Größe.“

    Nun ist der Schriftsteller 86-jährig in London gestorben.

10.08.2018
  • Londoner Buchhandlung von Rechtsextremen attackiert
  • Der sozialistische Buchladen Bookmarks in London ist eine Institution, es ist die größte Buchhandlung in Großbritannien, die sich dezidiert mit politisch linken Inhalten beschäftigt und diese auch in ihren Regalen verkauft. Nun wurde er letzte Woche Ziel eines rechtsextremen Angriffs: Am 4. August gegen 18:30 Uhr stürmte eine Gruppe von maskierten Männern in den Laden, zerstörte die Auslagen und zerriss Bücher und Zeitschriften.

    Die Initiative „Stand up to Racism“, die im Namen von Bookmarks auf den Vorfall aufmerksam machte, teilte mit, dass einige der Angreifer Plakate mit der Aufschrift „British Bolschewik Cult“ sowie Donald Trump-Masken und „Make Britain Great Again“-T-Shirts getragen hätten. Die Polizei geht davon aus, dass die Attacke in Zusammenhang mit einer an diesem Tag stattfindenden Protestaktion aufgrund der Zensurbestrebungen gegen die rechtsgerichtete Fake-News-Website Infowars.com stand. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand, Michael Bradley von „Stand up to Racism“ weist jedoch zurecht darauf hin, dass es sich dabei „um ein besorgniserregendes Anzeichen für das erstarkte Selbstvertrauen Rechtsextremer handelt, wenn sie am helllichten Tag einen Buchladen in der Innenstadt von London angreifen.“

    (Quelle: The Guardian)

09.08.2018
  • James Bond als Graphic Novel
  • Ian Fleming hat 1952 mit „Casino Royale“ einen der Klassiker der Spionagegeschichte verfasst – und damit den Startschuss zur James Bond-Reihe gelegt, den berühmtesten Agenten im Dienste Ihrer Majestät.

    Insgesamt wurde die Geschichte bereits dreimal verfilmt und ist in allen möglichen Varianten und Formaten bereits bearbeitet worden. Nun hat der US-amerikanische Kriminalexperte und Comic-Autor Van Jensen den ersten James Bond-Roman als Graphic Novel adaptiert: mit möglichst originalgetreuen Textpassagen sowie stark schattierten Zeichnungen von Dennis Calero, um dem literarischen Stoff die richtige Stimmung zu verleihen – weniger geschniegelter Spion als „stumpfes Werkzeug“ des britischen Geheimdienstes.

    „James Bond: Casino Royale“ erscheint als Graphic Novel erstmals in deutscher Sprache am 1. September bei Dynamite Entertainment. Weitere Comic-Adaptionen von James-Bond-Romanen sind lose geplant.

08.08.2018
  • Literatursalon im Gemeindebau geht in die Herbstsaison
  • Neben innovativen Theaterproduktionen und Comedyauftritten finden im Rabenhof im 3. Wiener Bezirk auch regelmäßig literarische Salons mit erfolgreichen Autorinnen und Autoren statt. Nun wurde das Programm für den Herbst 2018 veröffentlicht, für folgende Highlights sollte man sich Tickets eher früher als möglicherweise zu spät besorgen:

    26.9.: Thomas Raab liest aus „Walter muss weg“, seinem neuen Kriminalroman.

    2.10.: Die Satiregruppe maschek zeigt das neue maschek-Buch mit Bildern von den Anfangszeiten bis heute, Clips, Texte, Anekdoten, einen Rückblick auf zwei Jahrzehnte Politik und Fernsehen sowie eine theoretische Auseinandersetzung mit Satire.

    11.10.: Dimitry Gluchowsky präsentiert seinen neuesten Polit-Thriller „Text“.

    17.10.: Mit neuen Geschichten aus „Das Teemännchen“ kommt österreich-exklusiv Heinz Strunk nach Wien, um abermals die bekannten Themenwelten des Autors – Einsamkeit, Sexualnot, Körperverfall, Alkohol, Übergewicht – abzuhandeln.

    Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr.

    Rabenhof Theater, Rabengasse 3, 1030 Wien
    www.rabenhof.at

07.08.2018
  • Medienstudie: Kinder lesen nach wie vor, und da vor allem auf Papier
  • All den Unkenrufen zum Trotz: Das Buch ist als Medien- und Freizeitaktivität für Kinder auch in unserer digitalen Gegenwart fest verankert. Das ergab eine Studie zum Medienkonsum und Mediennutzungsverhalten von 7,26 Millionen Kindern in Deutschland durch die Blue Ocean Entertainment AG, der Egmont Ehapa Media GmbH, von Gruner + Jahr, Panini Verlags GmbH, Spiegel-Verlag und Zeit-Verlag.

    Die wichtigsten Erkenntnisse aus knapp 3.300 Interviews:

    - Kinder nutzen „smart“ alle Kommunikationswege, von digitalen Angeboten bis hin zu Telefon und klassischem Brief.

    - 75% der Kinder bis 13 Jahre lesen mehrmals pro Woche in Büchern und Zeitschriften. Dabei wird zu 94% in gedruckten Büchern und Zeitschriften gelesen; 74% lesen längere Texte nie in elektronischer Form.

    - Die Mehrzahl der Erziehungsberechtigten gibt pro Jahr 50 Euro und mehr für Bücher ihrer Kinder im Alter von 6 bis 13 aus, fast 10% sogar mehr als 100 Euro.

    - Kinder haben ein differenziertes Bild vom Internet: Sie nehmen es wahr „wie ein Buch, wo alles drinsteht, nur dass es eben auf einem Bildschirm ist“, andererseits wird besonders häufig die Gefahr genannt, durch die Onlinewelt „immer unselbstständiger zu werden“, bzw. durch übermäßigen Konsum „Zeit zu verschwenden“.

06.08.2018
  • Matthew Sweeney 1952-2018
  • Der Lyriker Matthew Sweeney ist am 5. August 2018 im Alter von 66 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

    Geboren 1952 im irischen County Donegal, veröffentlichte Sweeney seit den 1980er Jahren Gedichtbände sowie Kinderbücher. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er für seinen Band „Horse Music“ 2014 den Pigott Poetry Prize. Für den unverwechselbaren Stil seiner Gedichte, in denen er sich stets im Grenzgebiet zwischen dem Vertrauten und dem Unerhörten bewegt, fand er selbst den schönen Begriff des „alternativen Realismus“.

    Seine Gedichte sind in deutscher Übersetzung im Berlin Verlag und bei Hanser erschienen, etwa 2008 der Auswahlband „Rosa Milch“ und 2017 „Hund und Mond“, beide in der Übersetzung von Jan Wagner.

31.07.2018
  • Literaturverfilmung: Wim Wenders „Grenzenlos“
  • Der deutsche Regisseur Wim Wenders hat den Roman „Submergence“ des schottischen Autors J.M. Ledgards mit James McAvoy und Alicia Vikander verfilmt. „Grenzenlos“ startet am 2. August in den deutsche Kinos.

    James und Danielle lernen sich zufällig in einem Hotel in der Normandie kennen und lieben. Schon bald sind sie meilenweit voneinander entfernt. Undercover-Agent James gerät in die Gefangenschaft von Dschihadisten. Während er um sein Leben bangt, weiß Danny am anderen Ende der Welt nicht, was sie von der Funkstille halten soll. Hat er sie verlassen? Doch James hat keine Möglichkeit, sie zu kontaktieren.

26.07.2018
  • Bibliothek von Ernst Jünger erschlossen
  • Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat die umfangreiche Privatbibliothek des Schriftstellers Ernst Jünger (1895–1998) vollständig katalogisiert. Das mehrjährige Erschließungsprojekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg gefördert. Nach dem Tod von Ernst Jünger 1998 übernahm das Deutsche Literaturarchiv mit dem Nachlass des Schriftstellers auch seine Privatbibliothek. Über 10.000 Bände stehen heute im Jünger-Haus in Wilflingen, in den früheren Wohnräumen des Autors, weitere 4.600 Bände in den Marbacher Bibliotheksmagazinen.


    Der Nachlass von Ernst Jünger ist ein einzigartiges Archiv zur Geschichte des 20. Jahrhunderts; in seiner Bibliothek spiegeln sich seine literarischen, kulturgeschichtlichen, politischen und naturwissenschaftlichen Interessen. Im Online-Katalog des Deutschen Literaturarchivs sind jetzt nicht nur der Buchbesitz von Ernst Jünger, sondern auch seine handschriftlichen Anmerkungen in den Büchern und zahlreiche Widmungen bekannter Persönlichkeiten recherchierbar. In den Buchprovenienzen zeigt sich auf diese Weise das umfangreiche Netzwerk des prominenten Autors. Mehr als 60 Kästen mit Pressematerialien sowie Bild und Tonträger aus Jüngers Besitz wurden ebenfalls vollständig erschlossen. Sämtliche Materialien können in der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs eingesehen werden.

24.07.2018
  • Schöffling verweigert sich Facebook
  • „Solange es zur Politik von Facebook gehört, dass der Holocaust geleugnet werden darf, weil Mark Zuckerberg glaubt, dass man damit nicht »absichtlich falsch liege«, solange stellt der Verlag Schöfflling & Co. sämtliche Aktivitäten auf Facebook & allen dazugehörenden Netzwerken ein." ist heute auf der Twitter-Seite des Verlages zu lesen.

19.07.2018
  • Bookogs: Die Vision einer Datenbank mit allen je erschienenen Büchern
  • Was mit Tonträgern funktioniert hat, muss doch auch mit Büchern zu schaffen sein: das scheint das Motto der Macher der amerikanischen Online-Plattform Bookogs zu sein. Nachdem es ihnen gelungen ist, mit Discogs die weltweit meistbenutzte Datenbank für Tonträgerveröffentlichungen samt dazugehörigem Marktplatz zu schaffen, sollen User weltweit nun auch eine Datenbank mit allen bisherigen Buchveröffentlichungen füllen. Entscheidender Vorteil der seit ca. einem Jahr aktiven Plattform gegenüber allen bisherigen Versuchen in diese Richtung: bei Bookogs gibt es sogenannte „Master Releases“ – also den Text eines Autors bzw. einer Autorin – dem beliebig viele „Versionen“ der Veröffentlichung zugeordnet werden können: Erstauflage, Übersetzungen oder auch erweiterte Ausgaben sind so als jeweils eigene „Entries“, jedoch zusammengefasst, abrufbar. Jede Veröffentlichung erhält demnach also ihren eigenen Eintrag, zu dem die User immer mehr verfügbare Informationen hinzufügen können – ein heilloses Durcheinander verschiedener Editionen, wie es auf antiquarischen Plattformen meist der Fall ist, gehört damit der Vergangenheit an. Vorausgesetzt, die User halten sich an die entsprechenden Richtlinien bei der Erfassung ihrer Bücher bzw. kümmern sich um die Richtigkeit der Einträge, bietet dieses System vor allem für Händler den Vorteil, die exakte Ausgabe eines Titels ohne redundante Zusatzinformation leicht zum Verkauf anbieten zu können bzw. für Käufer, genau jene auch zu finden. Inwiefern Bookogs für die Buchwelt ähnlich dominant wird sein können wie Discogs für Tonträger, lässt sich derzeit noch schwer abschätzen: derzeit sind knapp 60.000, größtenteils US-amerikanische Buchausgaben in der Datenbank erfasst, zum Verkauf stehen vorerst jedoch nur 4.500 Titel. Prädikat: ausbaufähig!

    www.bookogs.com

18.07.2018
  • Zum 100. Geburtstag: Heute erscheinen Nelson Mandelas „Briefe aus dem Gefängnis“
  • Er wäre heute 100 Jahre alt geworden: Nelson Mandela, der große Freiheitskämpfer und Aktivist gegen die Apartheid in Südafrika. Zum Jubiläum wurde eine Vielzahl von Büchern veröffentlicht, die sich mit den verschiedenen Lebensphasen von Mandela auseinandersetzen - einge davon haben wir in der aktuellen Buchkultur Ausgabe 178 auf Seite 46 vorgestellt. Heute erscheinen im Verlag C.H.Beck noch die „Briefe aus dem Gefängnis“, eine Sammlung von 250 Briefen, die der 2013 verstorbene Friedensnobelpreisträger während seiner Haftzeit unter anderem an seine Familie und Anwälte geschrieben hat – eine Empfehlung!

17.07.2018
  • Auch in den USA wird weniger gelesen
  • Die besorgniserregende Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, wonach dem deutschen Buchhandel in den letzten 5 Jahren 6 Millionen Buchkäufer verloren gegangen sind, ist zwar einigermaßen vom Feuilleton abgehandelt und verdaut, doch kommen aus den USA schon die nächsten wenig erfreulichen Zahlen. „Im Jahr 2004 lasen etwa 28 Prozent der Amerikaner im Alter von 15 Jahren und älter an einem bestimmten Tag zum Vergnügen. Im vergangenen Jahr waren es rund 19 Prozent. Dieser starke Rückgang bedeutet, dass die gesamte Lesezeit unter den Amerikanern von durchschnittlich 23 Minuten pro Person und Tag im Jahr 2004 auf 17 Minuten pro Person und Tag im Jahr 2017 gesunken ist“, ist für Christopher Ingraham, Journalist der Washington Post, die Konklusio einer Studie des Bureau of Labor Statistics, das das Freizeitverhalten der US-Amerikaner unter die Lupe genommen hat. Dabei fällt vor allem auf, dass bei den Männern der Lese-Frust deutlich höher ist als bei Frauen: nur noch 15 Prozent der Männer geben demnach Lesen als eine bevorzugte Freizeitbeschäftigung an, während das immerhin noch 22 Prozent der Frauen tun. Inwiefern diese Entwicklung Auswirkungen auf den Buchmarkt haben, ist umstritten – so ergab die eingangs erwähnte Studie des Börsenvereins nämlich auch, dass die dieser Art verloren gegangenen Umsätze der Buchbranche fast vollständig von zusätzlichen Umsätzen durch die klassischen Vielleser und überdurchschnittlich interessierten Buchkäufer aufgefangen wurden.

    (Quelle: bookbytes)

16.07.2018
  • Christine Nöstlinger (13.10.1936 - 28.6.2018)
  • Sie schrieb Bücher der ganz neuen Art – Christine Nöstlinger. Kinder- und Jugendbücher vor allem. Solche, die es in sich haben: Da kamen Eheprobleme ebenso zur Sprache wie Geschichten von Kindern aus problematischen sozialen Verhältnissen oder solche, die nicht recht mit anderen Kindern konnten. Sie schrieb über diese, und das nicht nur in einer besonders gelungenen, sondern auch in einer „ihrigen“ Sprache; also nicht von oben nach unten und nicht von Groß zu Klein. So revolutionierte sie die Kinder- und Jugendliteratur, und das seit dem Jahr 1970. Da erschien ihre „feuerrote Friederike“, der Anfang eine langen Reihe von Büchern – über 100 sind es. Damit wurde sie prägend für diesen „neuen“ Stil, der aufgeweckt und frisch und gegenwärtig und widerständig ist. Dass Christine Nöstlinger auch „für Große“ schrieb, vergisst man allzu leicht: Etwa das „Hausbuch für alle Lebenslagen“ mit dem bezeichnenden Titel „Eine Frau sein ist kein Sport“.

    Für diese kritischen Bücher voller Empathie bekam sie viele Auszeichnungen und Preise. Einer sei besonders hervorgehoben: Der Astrid-Lindgren-Memorial-Award, den Christine Nöstlinger als erste verliehen bekam. Der Preis gilt als Nobelpreis der Kinder- und Jugendliteratur. Jetzt ist diese kräftige Stimme, die immer sagte, was sie dachte und danach handelte, im 82. Lebensjahr verstorben.

    Nils Jensen

13.07.2018
  • Sommerserie im „Standard“ zum Strukturwandel in der Buchbranche
  • Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ veröffentlicht diesen Sommer eine Artikel-Serie zum Strukturwandel in der Buchbranche. Nachdem im ersten Teil eine allgemeine Einschätzung zur vieldiskutierten Studie des Deutschen Börsenvereins, wonach der Branche in den letzten fünf Jahren sechs Millionen Buchkäufer abhanden gekommen sind, erfolgte, bringt in Teil zwei Verleger Jochen Jung vom Jung & Jung Verlag unter dem Titel „Abstruser Zuwachs an Krimis“ seine persönliche Sicht zu den Ursachen der Marktentwicklungen zu Papier. Für den Samstag ist Teil drei mit einer Reportage angekündigt. Auch aufgrund der zahlreichen Userpostings lesenswert!

    Hier geht’s zu Teil 2 (mit Link zu Teil 1).

12.07.2018
  • Hotlist 2018: Das Voting beginnt
  • 2009 wurde der Wettbewerb gegründet, heuer werden mit der Hotlist zum daher bereits 10. Mal die beliebtesten Bücher aus deutschsprachigen Independent-Verlagen gekürt. Nachdem nun die 30 von einem Kuratorium ausgewählten Kandidaten veröffentlicht wurden, beginnt heute das Publikumsvoting, aus dem drei der zehn Titel auf der Hotlist 2018 ermittelt werden. Die restlichen sieben Bücher werden von einer Fach-Jury ausgewählt. Die Preisverleihung findet wie in den Vorjahren während der Frankfurter Buchmesse im Literaturhaus Frankfurt statt – ganz genau am Freitag, den 12. Oktober ab 21 Uhr.

    Hier geht’s zum Voting: Link

11.07.2018
  • Buch zum NSU-Prozess ab heute auch in türkischer Sprache
  • Heute fand der fünf Jahre dauernde Prozess um die rechtsradikal motivierte Mordserie der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) am Oberlandesgericht München sein Ende: Beate Zschäpe wurde als Hauptangeklagte des zehnfachen Mordes schuldig gesprochen und damit zu einer lebenslangen Haft verurteilt.

    Bereits im November 2017 hat Mehmet Daimagüler, einer der Nebenklage-Anwälte, mit „Empörung reicht nicht“ (Luebbe) ein Buch zum Prozess veröffentlicht, das die Vorgänge und politischen Entwicklungen in Deutschland aus dem Blickwinkel der NSU-Opfer beschreibt. Mit dem heutigen Ende des Prozesses erscheint das Buch unter dem Titel „“Öfke Yetmez!“ nun auch als E-Book in türkischer Sprache. Wie schon im deutschen Original geht Daimagüler den Fragen nach: Hat unser Sicherheitsapparat die lückenlose Aufklärung der Mordserie verhindert? Tragen auch der Verfassungsschutz, die Polizeibehörden und letztlich die Zivilgesellschaft Verantwortung für die Verbrechen der Neonazis? Und wurden die Ermittlungen jahrelang in eine falsche Richtung geführt, weil das Denken staatlicher Institutionen zum Teil rassistisch durchsetzt ist? Daimagülers Schluss: Der Staat hat versagt.

06.07.2018
  • Florjan Lipuš erhält den Großen Österreichischen Staatspreis
  • Das literarische Kärnten, in dessen Hauptstadt Klagenfurt gerade der 42. Bachmannwettbewerb stattfindet, ist begeistert: Florjan Lipuš, 81-jähriger Dichter und Schriftsteller, der ausschließlich auf Slowenisch publiziert, erhält die höchste Auszeichnung, die der Staat Österreich an Künstlerinnen und Künstler verleiht, nämlich den mit 30.000 Euro dotierten Großen Österreichischen Staatspreis. Peter Handke: „Das ist ein herrlicher Moment nicht nur für die Kärntner Slowenen, nicht nur für die österreichische Literatur, sondern für die gesamte Literatur. Ich bin dankbar, dass man endlich eingesehen hat, das in Österreich auch eine andere Sprache als Deutsch als Literatursprache eine Heimat hat. Kärnten ist Florjan Lipuš’ Heimat, und ich bin wirklich froh, dass wir Zeitgenossen sind." Der langjährige Verleger von Lipuš, Lojze Wieser vom Wieser Verlag, ergänzt, dass der Autor sich gegen die zweifache Negation seiner Sprache, einerseits von der deutschsprachigen Kärntner Mehrheitsgesellschaft, andererseits durch die erst späte Anerkennung vom Kulturbetrieb, durchgesetzt hat – das allein beweise seine literarischen Qualitäten: „Es ist Literatur, die in einzigartiger Weise den gesamten slowenischen Wortschatz der vergangenen Jahrhunderte verwendet, seine Sprache wird nach ihm wohl so nicht mehr geschrieben werden.“

    Wir gratulieren!

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