26.04.2019
  • Ausstellung zu Künstlerbibliotheken in Berlin
  • Welche Bücher haben eigentlich Autoren und Künstler allgemein gelesen? Diese Frage beantwortet eine Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste ab dem 5. Mai. Dort werden unter dem Titel „Erlesene Bibliotheken – Artists’ Libraries“ über 300 persönliche Bibliotheken gezeigt, u.a. aus dem Nachlass von Heinrich Mann, George Grosz, Bernhard Minetti und Christa Wolf. Dabei handelt es sich nicht nur um die Bücher an sich, sondern auch um die Originalexemplare, inklusive aller Anmerkungen, Widmungen und Gebrauchsspuren. Um nicht nur die Bibliotheken der Vergangenheit zum Gegenstand der Auseinandersetzung zu machen, werden auch Interviewfilme mit Nele Hertling, Wulf Herzogenrath, Enno Poppe, Kathrin Röggla und Ingo Schulze gezeigt, die über ihre Vorstellung einer Arbeitsbibliothek im digitalen Zeitalter sprechen.

    „Erlesene Bibliotheken – Artists’ Libraries“
    Ausstellung vom 5. Mai bis zum 16. Juni in der Akademie der Künste, Berlin
    Eröffnung am 5. Mai am Pariser Platz

25.04.2019
  • „We Are Not Numbers“-Sammelband erscheint
  • Die US-amerikanische Journalistin Pam Bailey gründete 2015 das Projekt „We Are Not Numbers“. Dabei handelt es ich um einen Literaturblog für junge Menschen in Gaza, die darauf Texte veröffentlichen und dabei Mentoring durch erfahrene AutorInnen und JournalistInnen auf der ganzen Welt erhalten: Ziel war und ist es, nicht die menschlichen Opferzahlen aus dem jahrzehntelangen Konflikt um den Landstreifen im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, sondern vielmehr die Lyrik und Prosatexte der dort lebenden Bevölkerung sichtbar zu machen. Diese Menschen schreiben, um ihr Schicksal zu verarbeiten: Strom fließt nur für wenige Stunden am Tag, sauberes Trinkwasser ist Mangelware, Arbeitsplätze sind kaum vorhanden und Reisen aufgrund der Blockade ausgeschlossen; Ein Leben unter der unterveränderbaren Prämisse, dass diverse Gruppierungen mit Bomben ihre Variante von Gerechtigkeit erzwingen möchten und diplomatische Bemühungen scheitern. Nun erscheint beim Lenos Verlag ein deutschsprachiger Sammelband mit einer Auswahl der auf wearenotnumbers.org veröffentlichten Beiträge – mit Illustrationen von der 20-jährigen Malak Mattar und einem Nachwort der über 70-jährigen Publizistin Alice Rothschild, die Mitgründerin der „American Jews for a Just Peace“ in Boston ist. „We Are Not Numbers“ mag ein literarischer Hilfeschrei sein, stellt aber ebenso die Unauslöschbarkeit der menschlichen Kreativität unter Beweis.

24.04.2019
  • Wissens-Dinner im Restaurant You im Le Méridien
  • Im besonderen Ambiente des Restaurants You Vienna fand auch in diesem Jahr das „Wissens-Dinner“ statt: Der Hauptpreis beim Gewinnspiel zum Wissenschaftsbuch des Jahres: Kunstlehrer Mag. Walter Gerhold aus Graz und sein Sohn, der extra aus Bukarest angereist kam, verbrachten dazu einen netten Abend mit Tanja Traxler und David Rennert. Die beiden Journalisten wurden für ihre Biografie von Atomphysikerin Lise Meitner mit dem Wissenschaftsbuch 2019 in der Kategorie Naturwissenschaft/Technik ausgezeichnet.

23.04.2019
  • #verlagebesuchen in Deutschland und der Schweiz
  • Für alle, die wissen wollen, wie Verlage von innen funktionieren, öffnen am 12. Mai im Rahmen der Aktion #verlagebesuchen deutsche und erstmals auch Schweizer Verlagshäuser wieder ihre Türen: Die Veranstaltungen der insgesamt 104 Teilnehmer reichen von Lesungen und Signierstunden bis hin zu Buchpräsentationen, und selbstverständlich werden Verlagsführungen ebenfalls angeboten. Auch außergewöhnliche Aktionen stehen auf dem Programm, wie der gemeinsame Mittagssnack beim Berliner Verlag Voland&Quist oder die Stadtrundfahrt mit dem verlagseigenen Oldtimer des Liesmich Verlags unter Beweis stellen.

    Alle Verlage, die an #verlagebesuchen teilnehmen, finden sich mit ihren Veranstaltungen auf verlagebesuchen.de – in der Regel ist die Teilnahme an den Programmpunkten kostenlos, in seltenen Fällen sind Vorabanmeldungen nötig!

18.04.2019
  • Buchkonsum von jungen Menschen bleibt stabil
  • Man würde annehmen, dass junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren in den letzten Jahren durch die Digitalisierung und den damit veränderten Kommunikationsgewohnheiten ihre Ausgaben für Bücher deutlich reduziert haben. Eine Studie des digital publishing report in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov kam jetzt jedoch überraschend zu anderen Ergebnissen: Zwar geben die Jungen von heute im Durchschnitt nicht einmal mehr 25 Euro pro Monat für Medien aus, doch geht die Reduktion des Budgets vor allem zu Lasten von Zeitungen, Zeitschriften und haptischen Tonträgern. Bücher konnten jedoch ihr Niveau mehr oder weniger halten, und der Anteil derjenigen, die ihre Ausgaben für Bücher sogar erhöht haben, ist beträchtlich: So gibt immerhin ein Drittel der 1.100 Befragten an, sich wieder verstärkt der Buchlektüre zu widmen.

    Quelle: dpr, sbvv

16.04.2019
  • 30.000 Rosen zum Welttag des Buches
  • Es ist ein Brauch aus Katalonien: Zum jährlichen Welttag des Buches am 23. April wird zu jedem Buchkauf eine Rose verschenkt. Damit entwickelte sich dort der Ehrentag des Buches zu einer Art Valentinstag für Buchliebhaber und gleichzeitig zum umsatzstärksten Tag im Buchhandel. Versuche, diese Aktion auch im deutschsprachigen Raum zu etablieren, gab es in den letzten Jahren einige, u.a. auch von Buchkultur mit der ARGE Welttag des Buches in Österreich – nun versucht das Münchner Startup LChoice jedoch in größerem Stil, der Idee neuen Schwung zu verleihen: So werden 2019 in Deutschland nicht weniger als 30.000 Rosen an Buchkäufer am 23. April verteilt. Unterstützt wird das Vorhaben von verschiedensten Bereichen der Buchbranche, eine Vielzahl lokaler Buchhandlungen beteiligen sich daran. Außerdem: Die W1-MEDIA Gruppe wird zusätzlich für elf Buchhandlungen in Hamburg Rosen für den 23. April sponsern.

15.04.2019
  • Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig geht an „Fonts for Freedom“
  • Mit der Initiative Fonts for Freedom möchte die NGO Reporter ohne Grenzen auf die Zensur, Verfolgung von Journalistinnen und Journalisten sowie Unterdrückung der Pressefreiheit in vielen Staaten der Erde aufmerksam machen. Dabei werden Schriften verbotener Tageszeitungen gesammelt und so aufbereitet, dass sie zur Nutzung im Internet verfügbar sind. Nun wurde die Initiative mit dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig 2019 ausgezeichnet – dieser wird seit 1959 für „hervorragende, beispielgebende Leistungen um die Förderung der Buchkunst“ vergeben. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass „nicht nur die Idee, Schriften verbotener Tageszeitungen zur Nachnutzung aufzubereiten, auch die Plakataktionen und die typografisch und gestalterisch außerordentlich überzeugende Website von ‚Fonts for Freedom’ zeigen, wie die Typografie zu einem demokratischen Werkzeug werden kann. Im 30. Jahr nach der Friedlichen Revolution in der DDR und zum 60. Jahrestag der Preisverleihung will die Buchstadt Leipzig auf die politische Dimension der Typografie hinweisen.“ Dotiert ist die Auszeichnung, die zweijährlich – abwechselnd mit dem Gutenberg-Preis der Stadt Mainz – verliehen wird, mit einem Preisgeld von 10.000 Euro.

    fonts-for-freedom.com

12.04.2019
  • Gendergerechte Sprache wird mehrheitlich abgelehnt
  • Es ist eins der heißestdiskutierten Themen, wenn es um die Symbole zur Gleichstellung zwischen den Geschlechtern geht: Gendergerechte Sprache soll weibliche, in avancierterer Ausprägung auch vom binären Geschlechtermodell abweichende Lebens- und Selbstwahrnehmungsformen sichtbar machen und damit aktiv zu einer verbesserten Wahrnehmung von nicht-männlichen Positionen beitragen. Der Nachteil: Viele Wortkreationen und Ergänzungen erschweren die flüssige Lesbarkeit von Texten und beanspruchen Zeichen, die man an anderen Stellen oft mit inhaltlichen Einbußen streichen muss. Nun hat eine Umfrage des Marktforschungsinstituts INSA im Auftrag des Vereins Deutsche Sprache VDS die Einstellung der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland dazu erfasst: Demnach empfinden nur 27% der Männer bzw. 28% der Frauen gendergerechte Sprache als „sehr wichtig“ für die Gleichstellung, über 60% beider Geschlechter jedoch als „sehr unwichtig“ bzw. „eher unwichtig“. Interessantes Detail: Selbst Anhänger der Partei „Die Grünen“ lehnen die sprachlichen Maßnahmen mit ebenfalls über 60% als „sehr“ bzw. „eher unwichtig“ ab. Inwiefern die Studienergebnisse bzw. Fragestellungen dazu gänzlich frei von jeder ideologischen Bias sind, ist umstritten: So hat der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, Walter Krämer, Anfang März gemeinsam mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern eine Petition gegen „Auswüchse der geschlechterneutralen Sprache“ initiiert, die bisher von mehr als 60.000 Personen unterzeichnet wurde.

10.04.2019
  • Deutschland startet den Verlagspreis
  • Im Oktober 2019 wird auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal der Deutsche Verlagspreis verliehen: Kleine und unabhängige Verlage aus dem ganzen Bundesgebiet können sich ab Mai für die Auszeichnung bewerben, insgesamt werden mehr als eine Million Euro an die Verlage ausgeschüttet. Die drei besten Verlage erhalten jeweils 60.000 Euro, bis zu 60 weitere können für ihre Arbeit mit einem Preisgeld von immerhin 15.000 Euro ausgezeichnet werden. Voraussetzung ist, dass die Verlage seit mindestens 3 Jahren bestehen, ihren Sitz in Deutschland haben und unabhängig von Konzernen bzw. nicht eingebunden in deren Unternehmensstrukturen sind.

09.04.2019
  • Nächstes „Literarisches Quartett“ mit Buchkultur-Bezug
  • Die nächste Folge des „Literarischen Quartetts“ steht in den Startlöchern: Thea Dorn, Christine Westermann und Volker Weidermann haben im ZDF diesen Freitag, den 12. April um 23 Uhr, FAZ-Literaturkritikerin Sandra Kegel zu Gast, um über folgende vier Bücher zu debattieren:

    César Aira: „Was habe ich gelacht“ (Matthes & Seitz)
    Yishai Sarid: „Monster“ (Kein & Aber)
    Saša Stanišić: „Herkunft“ (Luchterhand)
    Anke Stelling: „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher)

    Wer sich darauf gesondert vorbereiten will: Die Bücher von Sarid und Stanišić werden in der neuen Ausgabe 183 der Buchkultur, die am 11. April erscheint, besprochen. „Schäfchen im Trockenen“ von Anke Stelling, das im März den Preis der Leipziger Buchmesse 2019 gewonnen hat, wurde von uns bereits im Oktober 2018 in Ausgabe 180 sehr positiv rezensiert. Nur César Airas neuer Roman „Was habe ich gelacht“ ist (noch) nicht in der Buchkultur vorgekommen – wir haben dem argentinischen Schriftsteller jedoch in Ausgabe 160 vom Juni 2015 ein größeres Porträt gewidmet.

08.04.2019
  • Mittelalterliche Handschriftenausstellung in der Universitätsbibliothek Breslau
  • (Buch-)Kunsthistorischer Leckerbissen im polnischen Breslau: Die Ausstellung „Illuminierte schlesische Handschriften des Mittelalters – Glanzlichter europäischer Buchkunst“ in der Universitätsbibliothek Breslau/Wrocław präsentiert vom 11. April bis zum 31. Mai 2019 das originalgetreue Faksimile des um 1265 entstandenen Breslauer Psalters und setzt damit nach mehreren Stationen in Deutschland die kleine Ausstellungsserie des Quaternio Verlags aus Luzern fort. Dazu werden thematisch passend illuminierte Handschriftensätze aus dem Mittelalter im Original gezeigt, darunter der „Trebnitzer Psalter“ und der „Psalter der Breslauer Klarissen“, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Diese Psalter wurden oft als Hochzeitsgeschenke des Hochadels mit großen Aufwand über ganz Europa verstreut hergestellt und waren großteils stilbildend für die weitere kunsthistorische Entwicklung.

05.04.2019
  • Der Folio Verlag wird 25!
  • 1994 wurde von Hermann Gummerer und Ludwig Paulmichl der Folio Verlag gegründet: ein unabhängiges, nach wie vor eigentümergeführtes Unternehmen mit Sitz in Bozen und Wien, das sich Belletristik, Reiseliteratur, Sach- und Kunstbuch verschrieben hat. Am Freitag, den 12. April, feiern die beiden Gründer gemeinsam mit ihren Frühlingsfest: 25 Jahre Folio Verlag im Literaturhaus Salzburg spricht Ludwig Paulmichl mit dem Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann über die Geschichte des Verlags, danach liest mit Massimo Carlotto einer der berühmtesten Krimiautoren Italiens aus seinem neuen Roman „Blues für sanfte Halunken und alte Huren“ sowie Folio-Autorinnen-Urgestein Eva Rossmann aus ihrem aktuellen Mira-Valensky-Krimi „Im Netz“. Die Live-Musik kommt von der Südtiroler Band Flouraschworz.

    Karten sind zum Preis von € 14/12/10 im Literaturhaus-Büro, in der Salzburger Rupertus Buchhandlung sowie online unter reservix.at erhältlich!

    Frühlingsfest: 25 Jahre Folio Verlag
    Freitag, 12. April, 19.30 Uhr
    Literaturhaus Salzburg
    H.C. Artmann-Platz/Strubergasse 23

04.04.2019
  • Frau Ava-Literaturpreis an Claudia Bitter
  • Zum neunten Mal wird der „Frau-Ava-Literaturpreis“ vergeben: Und zwar im Rahmen eines Festaktes in der St.Blasien Kirche in Klein Wien bei Göttweig. Den diesjährigen Preis bekommt die Autorin Claudia Bitter., Preisverleihung ist am 24.4. um 19:00 Uhr.

    Als Begründung für ihre Wahl gibt die Jury an: „Claudia Bitter porträtiert in ihrem Text ‚Leben, plus, minus’ das Schicksal einer jungen Frau der sozialen Unterschicht. Mithilfe der dem Sprachduktus der Ich –Erzählerin angepassten flotten und prägnanten Sprache zeigt Bitter, wie prekär die Lebensverhältnisse am Existenzminimum sind: Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Armut sind die Eckpfeiler dieses jungen Lebens. ‚Leben, plus, minus’ ist ein aufrührendes Spiegelbild aktueller sozialpolitischer Themen. Bitter provoziert bewusst. Dass sie dabei auf klare Opfer-Täter-Zuschreibungen verzichtet, entlässt die Lesenden aber in die eigene moralische Verantwortung.“

    Claudia Bitter studierte Slawistik und Ethnologie und arbeitet heute als Bibliothekarin und Autorin. Sie veröffentlichte mehrere Bände, zuletzt „Die Welt auf meiner Haut“ (Klever Verlag). Sie lebt in Wien. Mithilfe der dem Sprachduktus der Ich –Erzählerin angepassten flotten und prägnanten Sprache zeigt Bitter, wie prekär die Lebensverhältnisse am Existenzminimum sind: Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Armut sind die Eckpfeiler dieses jungen Lebens. „Leben, plus, minus“ ist ein aufrührendes Spiegelbild aktueller sozialpolitischer Themen. Bitter provoziert bewusst. Dass sie dabei auf klare Opfer-Täter-Zuschreibungen verzichtet, entlässt die Lesenden aber in die eigene moralische Verantwortung.“

    Claudia Bitter studierte Slawistik und Ethnologie und arbeitet heute als Bibliothekarin und Autorin. Sie veröffentlichte mehrere Bände, zuletzt „Die Welt auf meiner Haut“ (Klever Verlag). Sie lebt in Wien.

03.04.2019
  • Streit um Buchhändlerlöhne in Großbritannien
  • Dass Buchhändlerinnen und Buchhändler aufgrund ihrer Einordnung in den Handels-Kollektivlohn zu den am schlechtestbezahlten Berufsgruppen am hiesigen Arbeitsmarkt gehören, ist eine traurige Tatsache. Auch in den meisten anderen Ländern schauen die Verdienstmöglichkeiten für Buchverkäufer eher trist aus. So weit, so bekannt. Nun hat sich das eigentlich brancheninterne Thema in Großbritannien jedoch verselbstständigt – die Angestellten der größten britischen Buchhandelskette Waterstones (280 Outlets) haben eine Kampagne für höhere Löhne gestartet, die bereits von mehr als 1.000 Autorinnen und Autoren des Landes unterstützt wird und deren Petition insgesamt schon mehr als 8.000 mal unterzeichnet wurde. Der starke Zulauf sorgt nun für vermehrt öffentliche Diskussionen darüber, was die Leistungen der Kulturvermittler der Wirtschaft und Gesellschaft wert sind. „Wenn Buchhändler für einen Lohn arbeiten müssen, der unter dem Existenzminimum liegt, führt das dazu, dass diese Buchhändler gestresst und damit beschäftigt sind und wenig Zeit und Energie haben, um Bücher zu kaufen, zu lesen und mit Neuigkeiten und Trends in der Branche Schritt zu halten. All diese Aktivitäten werden außerhalb der vertraglich vereinbarten Zeiten durchgeführt. Viele Mitarbeiter sehen sie aber als für ihre Rolle relevant an“, heißt es in dem entsprechenden Schreiben, in dem ein Mindestlohn von 9 Pfund (knapp 10,50 Euro) bzw. 10,55 Pfund im Großraum London pro Stunde gefordert wird – derzeit liegt dieser in Großbritannien bei ledigilich 7,83 Pfund (rund 8,75 Euro). Erwartungsgemäß wenig begeistert äußerte sich dazu James Daunt, der Geschäftsführer von Waterstones. „Wir sind einfach nicht profitabel genug, um den Zauberstab zu schütteln und alles zu vergolden“, wird der Manager der Buchhandelskette, die erst seit zwei Jahren wieder schwarze Zahlen schreibt, aus einem Antwortschreiben an die Autoren zitiert.

02.04.2019
  • Jelinek-Verfilmung startet in den österreichischen Kinos
  • Bei der im Februar stattgefundenen Berlinale wurde der Streifen „Die Kinder der Toten“ nach dem gleichnamigen Roman von Elfriede Jelinek mit dem Fipresci-Preis als bester Film in der Sektion Forum ausgezeichnet – nun startet am 5. April der Film des Regieduos Kelly Copper und Pavol Liska („Nature Theater of Oklahoma“) und produziert von Ulrich Seidl regulär in den österreichischen Kinos. Dass es sich dabei um keine gewöhnliche, den Sehgewohnheiten entsprechende Hochglanzproduktion handelt, wird schon aus der Berliner Jurybegründung ersichtlich: „Die Schauspieler*innen sind Laien, die Regiearbeit amateurhaft, das Make-up sieht billig aus, die Regisseur*innen haben für ihre Adaption noch nicht einmal den Roman gelesen. Alles hätte schiefgehen können mit diesem Film, aber er ist nicht gescheitert. Stattdessen füllt dieser Stummfilm über die Auferstehung der lebenden Toten einen nahezu unverfilmbaren Roman mit Leben und lässt darüber hinaus die unterdrückte Vergangenheit sowie – auf dem fast ausgestorbenen Super-8-Format – das Kino aufleben. Das Ergebnis ist urkomisch, bissig, manchmal verwirrend, witzig und sicher auch etwas, mit dem nicht alle einverstanden sind. Aber das macht Kino aus: Wir müssen uneinig sein!“

    In diesem Sinne: Lasst Kinobesuche wieder ein Wagnis sein!

01.04.2019
  • Ab heute: Kinderbuchmesse in Bologna
  • Zum bereits 56. Mal findet von heute 1. April bis Donnerstag 4. April die Internationale Kinderbuchmesse Bologna statt. Es handelt sich dabei um die weltweit größte internationale Fachmesse, was Bilderbücher sowie Kinder- und Jugendbücher betrifft. Deutsche und österreichische Verlage (mittels WKO-Gemeinschaftsstand) sind dort natürlich ebenso breit vertreten wie die Schweiz, die in diesem Jahr sogar den Gastlandauftritt bestreitet. Die fünf Gewinnertitel des „Bologna Ragazzi Award“ für besonders herausragende Leistungen im Kinderbuchsektor wurden ebenfalls bereits bekannt gegeben, die ausgezeichneten Bücher sind hier aufrufbar.

29.03.2019
  • Morgen ist Indiebookday!
  • 2013 wurde der Indiebookday vom Berliner Mairisch Verlag ins Leben gerufen – mittlerweile machen auch viele Länder wie Großbritannien, Italien Niederlande und sogar Brasilien beim Feiern der Bücher aus kleinen, unabhängigen Verlagen mit. Am 30. März 2019 geht das Event damit in die bereits siebte Runde.

    Beteiligen kann man sich am Indiebookday ganz einfach: Buch aus einem unabhängigen, kleinen Verlag kaufen, ein möglichst interessantes Foto davon machen und dann mit dem Hastag #indiebookday in den sozialen Medien teilen.

    Auch einige Buchhandlungen nutzen den Aktionstag, um mit Lesungen von Autorinnen und Autoren aus Indie-Verlagen Programm zu machen. In Wien nehmen Lhotzkys Literaturbuffet im 2. Bezirk und der soziale Buchladen Books4life in der Wiener Skodagasse daran teil. Bei Lhotzky lesen und referieren von 12 bis 15 Uhr diverse östereichische Autorinnen und Autoren und Verlagsmenschen, Books4Life startet ab 16 Uhr mit Debütanten wie Andreas Kump aus „Über vierzig“ (Milena Verlag) oder Markus Lust, dessen „Semmelmenschen“ vor kurzem im Achse Verlag erschienen ist.

    Facebook-Event zum Indiebookday 2019

28.03.2019
  • Mia Couto ruft zu Solidarität auf und bittet um Spenden für Mosambik
  • Die verheerenden Überschwemmungen im afrikanischen Mosambik haben aufgrund ihrer Verwüstung sogar den Weg in die mitteleuropäische Nachrichtenberichterstattung geschafft. Mittlerweile sind auch die ersten Fälle des befürchteten Ausbruchs von Cholera bestätigt worden. Angesichts des Unglücks hat Autor Mia Couto, dessen letzter Roman „Imani“ 2017 in deutscher Übersetzung beim Schweizer Unionsverlag erschienen ist, nun einen internationalen Aufruf veröffentlicht:

    Beira 25.03.2019
    „Wie bereits bekannt, wurden die Stadt Beira und die gesamte zentrale Region Mosambiks von einem Wirbelsturm von ungewöhnlicher Intensität heimgesucht, der katastrophale Überschwemmungen verursacht, Menschenleben gekostet und Sachschäden verursacht hat, deren Ausmaß noch nicht absehbar ist. Die Stadt Beira, die zweitgrößte des Landes, wurde fast vollständig zerstört und vom Rest des Landes abgeschnitten. Straßenverbindungen, Wohnhäuser, Energieversorgung, Verwaltung und Kommunikation - alles ist zusammengebrochen. Die Stadt scheint zur Dunkelheit, Trauer und Stille verdammt worden zu sein. Wer schon zuvor wenig besaß, hat nun gar nichts mehr. Wo zuvor Flüsse waren, breitet sich jetzt ein endloses Meer aus. Und es gibt keinen Boden mehr, auf den der Regen fallen könnte.

    Nach Angaben der Vereinten Nationen könnte der verheerende Wirbelsturm die »schlimmste Klimakatastrophe sein, die die südliche Hemisphäre je getroffen hat«. Der gleichen Quelle zufolge wurden 1.700.000 Menschen vom Zyklon getroffen. Allein die Tatsache, dass es unmöglich ist, die Zahl der Todesopfer und das Ausmaß der Schäden abzuschätzen, zeigt das Dimension dieser Tragödie an, welche die Reaktionsfähigkeit unseres Landes weit übersteigt.

    Nach einem ersten Moment der Bestürzung und Lähmung hat die mosambikanische Zivilgesellschaft unzählige und vielfältige lokale Hilfsinitiativen ins Leben gerufen. Doch dies reicht nicht aus. Hier geht es um eine Katastrophe auf globaler Ebene. Mosambik braucht dringend die Solidarität aller.

    Die Fernando Leite Couto Stiftung schließt sich der nationalen und internationalen Solidaritätsbewegung an, um mit Soforthilfe Menschen und ihren Besitz zu retten. Um Spendenbeiträge zu sammeln, haben wir bei der Banco Único in Mosambik spezielle Bankkonten eröffnet:

    Konto: Fernando Leite Couto Emergência Beira
    Währung: USD
    NIB: 004300000000000001797980085
    IBAN: MZ5900430000000000000001797980085
    SWIFT: UNICMZMX

    Alle Spenden, die auf diesen Konten eingehen, werden dem Roten Kreuz von Mosambik weitergeleitet, eine Institution, die zusammen mit dem Internationalen Roten Kreuz vor Ort betroffene Menschen unterstützt. Die Stiftung und das Rote Kreuz von Mosambik haben eine Vereinbarung über die Grundsätze und Konditionen bei der Verwendung dieser Mittel geschlossen. Die Fernando Leite Couto Stiftung ist sich bewusst, dass die Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse eine unausweichliche humanitäre Notwendigkeit ist. Aber die Folgen dieser Tragödie werden noch für lange Zeit Auswirkungen haben. Die Stiftung wird mit Freunden und Partnern abklären, wie der Wiederaufbau der Stadt Beira auch in Zukunft unterstützt werden kann.“

    Der Vorsitzende der Stiftung:
    Mia Couto

    Mia Couto auf Facebook

27.03.2019
  • Start der Rauriser Literaturtage
  • Heute Abend werden die Rauriser Literaturtage eröffnet. Den heurigen Literaturpreis erhält Philipp Weiss (siehe Buchkultur Porträt in Ausgabe 180a). Morgen geht es dann mit dem Programm weiter, dieses steht unter dem Motto „Auf.Brüche“, diesem ambivalenten, aber gleichzeitig faszinierenden Phänomen, das unsere Gegenwart bestimmt. Lesungen, Gespräche, eine Schreibwerkstatt mit Verena Mermer, Vladimir Vertlib, Daniel Wisser, Karl-Markus Gauß und noch einigen Kapazundern mehr.

    Programm unter www.rauriser-literaturtage.at

26.03.2019
  • Übermorgen ist Vorlesetag
  • Zum Vorlesefest im November ist nun auch der Vorlesetag im Frühjahr gekommen: Das Echo-Medienhaus veranstaltet am 28. März den Österreichischen Vorlesetag, mit dem ein deutliches Zeichen für Literatur, das Lesen und Vorlesen gesetzt werden soll. Mitmachen darf jeder: Egal ob im Kindergarten, im Büro, im Museum, im Wohnzimmer oder im Pflegeheim – Hauptsache, man liest an diesem Tag anderen vor und begeistert sie mit den geschriebenen Geschichten.

    Welche Vorlesungen am 28. März wann genau in ganz Österreich stattfinden, lässt sich auf Vorlesetag.eu einsehen – derzeit sind es schon über 1.670!

zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 weiter